Die deutschen Handball-Frauen starten mit zwei Auswärtsspielen gegen Spanien in die neue Länderspielsaison. Am Freitag, 25. September 2026, und am Sonntag, 27. September, trifft das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch in Granollers, nordöstlich von Barcelona, auf die Gastgeberinnen. Für den Vizeweltmeister sind die Begegnungen eine erste Standortbestimmung auf dem Weg zur Handball-EM 2026 im Dezember. Beide Spiele werden live bei Joyn und Dyn übertragen.
Deutschland gegen Spanien: Termine und Übertragung
Gespielt wird im Palacio de Deportes de Granollers. Während der erste Vergleich am Freitagabend stattfindet, beginnt die zweite Begegnung bereits am Sonntagvormittag. Die angegebenen Uhrzeiten gelten auch für Deutschland.
| Datum | Uhrzeit | Spielort | Spielpaarung | Übertragung |
|---|---|---|---|---|
| 25.09.2026 | 19:30 Uhr | Granollers, Spanien | Spanien – Deutschland | Joyn und Dyn |
| 27.09.2026 | 11:30 Uhr | Granollers, Spanien | Spanien – Deutschland | Joyn und Dyn |
Der DHB bestätigt für beide Länderspiele die Liveübertragung auf den beiden Streamingplattformen Joyn und Dyn.
Bundestrainer Gaugisch will nach langer Pause schnell wieder anknüpfen
166 Tage liegen zwischen dem letzten Länderspiel, einem 45:25 gegen Belgien zum Abschluss der EM-Qualifikation, und dem ersten Spanien-Test. Entsprechend wichtig ist es, die gemeinsamen Abläufe wiederzufinden. Gaugisch formuliert die Aufgabe klar: „Wir müssen alles schnell wieder auf ein gutes Level bringen“.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Defensive. Nach dem Karriereende von Aimée von Pereira und angesichts der Babypause von Xenia Smits fehlen zwei wichtige Abwehrspielerinnen. Marie Steffen, inzwischen bei Rapid Bukarest aktiv, soll dabei helfen, die Stabilität zu erhalten. Auch Ida Petzold bietet sich als Alternative an: Die 20-Jährige vom TuS Metzingen steht gegen Spanien vor ihren ersten A-Länderspielen.
Die Tests sollen zeigen, wie gut neue personelle Konstellationen bereits funktionieren. Gerade gegen einen Gegner, der Fehler konsequent bestrafen kann, erhält das Trainerteam aussagekräftige Hinweise für die weitere Vorbereitung.
Vorfreude bei Nina Engel und dem deutschen Team
Die deutsche Auswahl ist inzwischen in Granollers angekommen und hat am Donnerstag ihre erste Trainingseinheit vor Ort absolviert. Nach fünf Monaten ohne gemeinsamen Lehrgang ging es zunächst auch um das Wiedersehen. „Wir hatten uns viel zu erzählen“, berichtete Nina Engel beim DHB-Medientermin.
Für die Rückraumspielerin kommt der Doppeltest zu einem spannenden Zeitpunkt. Nach ihrem Wechsel zu Gloria Bistrita hat Engel zu Saisonbeginn erstmals in der Champions League gespielt. Auch Nieke Kühne sammelte mit der HSG Blomberg-Lippe ihre ersten Erfahrungen in diesem Wettbewerb. Diese zusätzlichen Aufgaben auf internationalem Niveau sollen nun auch dem deutschen Team zugutekommen.
Spanien setzt unter neuem Trainer auf Entwicklung
Die Gastgeberinnen befinden sich nach Platz 14 bei der WM 2025 im Neuaufbau. Seit Februar trägt Joaquín Rocamora die Verantwortung. Der frühere Juniorinnentrainer soll die Auswahl weiterentwickeln – mit langfristigem Blick auf die Heim-WM 2029.
Ein besonderes Augenmerk verdient das spanische Kreisspiel. Für Deutschlands neu zu formierende Abwehr dürfte die Abstimmung zwischen Heraustreten, Absichern und dem Verteidigen der Kreisläuferinnen deshalb zu den entscheidenden Aufgaben gehören.
Für einige Spielerinnen wird es zugleich ein Wiedersehen mit Kolleginnen aus dem Verein: Nina Engel trifft auf ihre Bistrita-Teamkolleginnen Danila So Delgado und Jennifer Gutiérrez. Emily Vogel begegnet mit Lysa Tchaptchet einer Mitspielerin von FTC Budapest.
Die Bilanz spricht für Deutschland
Von bislang 35 Begegnungen mit Spanien gewann die deutsche Auswahl 24. Hinzu kommen zwei Unentschieden und neun Niederlagen, das Torverhältnis beträgt 831:693.
Das jüngste Duell entschied Deutschland in der WM-Hauptrunde am 6. Dezember 2025 in Dortmund mit 29:25 für sich. Mit Granollers verbinden sich dagegen weniger erfreuliche Erinnerungen: Im WM-Viertelfinale 2021 unterlag das DHB-Team dort mit 21:26.
Selbstvertrauen dürfte die Entwicklung des vergangenen Jahres geben: In den letzten 18 Länderspielen kassierte Deutschland lediglich eine Niederlage – das 20:23 gegen Norwegen im WM-Finale.
Der deutsche Kader für die Spanien-Spiele
Für die Reise nach Spanien waren 17 Spielerinnen vorgesehen. Das Aufgebot verbindet erfahrene Kräfte mit jüngeren Spielerinnen, die sich für weitere Aufgaben empfehlen können.
| Position | Spielerinnen |
|---|---|
| Tor | Katharina Filter, Sarah Wachter |
| Feld | Jenny Behrend, Jana Walther, Nina Engel, Viola Leuchter, Annika Lott, Alina Grijseels, Mareike Thomaier, Emily Vogel, Nieke Kühne, Dana Bleckmann, Antje Döll, Alexia Hauf, Lisa Antl, Marie Steffen, Ida Petzold |
Marie Weiss und Marlene Tucholke waren ausschließlich für die Trainingstage in Großwallstadt eingeplant. Das galt auch für U20-Weltmeisterin Chiara Rohr, die ihre Teilnahme allerdings verletzungsbedingt absagen musste.
Über Spanien, Dänemark und Frankreich zur EM
Nach den Begegnungen in Granollers folgen im Oktober bei der Golden League in Odense die nächsten anspruchsvollen Aufgaben: Am 24. Oktober trifft Deutschland auf Dänemark, am 25. Oktober auf die Niederlande.
Den letzten Schliff vor der Europameisterschaft sollen zwei Heimspiele gegen Frankreich bringen. Gespielt wird am 26. November in Stuttgart und am 28. November in Neu-Ulm. In der EM-Vorrunde wartet anschließend in Bratislava zunächst Schweden am 4. Dezember. Es folgen Serbien am 6. Dezember und die Slowakei am 8. Dezember.
Damit eröffnen die Spanien-Spiele eine Vorbereitungsphase, in der das deutsche Team seine erfolgreiche Entwicklung bestätigen und zugleich neue Lösungen für die Defensive finden will.