Die deutschen Handball-Frauen werden seit den frühen 1950er-Jahren von Bundestrainern des Deutschen Handballbundes (DHB) betreut. Von den Aufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg über den WM-Titel 1993 bis heute haben zahlreiche Trainer unterschiedliche Epochen der DHB-Frauen geprägt.





Alle Trainer der deutschen Handball-Frauen
| Name | Zeitraum |
|---|---|
| Fritz Fromm | 1952 bis 1953 |
| Hans Geilenberg | 1954 bis 1967 |
| Helmut Torka | 1967 bis 1971 |
| Volker Schneller | 1972 bis 1974 |
| Werner Vick | 1973 bis 1981 |
| Gerd Tschochohei | 1981 bis 1983 |
| Ekke Hoffmann | 1983 bis 1988 |
| Ulrich Weiler | 1988 bis 1990 |
| Heinz Strauch | 1991 bis 1992 |
| Lothar Doering | 1992 bis 1994 |
| Ingolf Wiegert | 1994 bis 1995 |
| Ekke Hoffmann | 1995 bis 1999 |
| Lothar Doering | 1999 bis 2000 |
| Dago Leukefeld | 2000 bis 2001 |
| Leszek Krowicki | 2001 |
| Ekke Hoffmann | 2001 bis 2004 |
| Armin Emrich | 2005 bis 2009 |
| Rainer Osmann | 2009 bis 2011 |
| Heine Jensen | 2011 bis 2014 |
| Jakob Vestergaard | 2015 bis 2016 |
| Michael Biegler | 2016 bis 2017 |
| Henk Groener | 2018 bis 2022 |
| Markus Gaugisch | Seit 2022 |
Die Bundestrainer der DHB-Frauen im Überblick
Fritz Fromm gehörte zu den prägenden Trainern der frühen Nachkriegszeit des deutschen Handballs und betreute neben der Männer-Auswahl auch die Frauen. Seine kurze Amtszeit von 1952 bis 1953 steht am Beginn der offiziellen DHB-Trainerhistorie der Frauen.
Hans Geilenberg übernahm 1954 und blieb mehr als ein Jahrzehnt verantwortlich. Der Höhepunkt seiner Amtszeit war die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 1965 in der Bundesrepublik Deutschland – die erste WM-Medaille der DHB-Frauen im Hallenhandball.
Helmut Torka folgte 1967. In seine Amtszeit fiel eine Phase, in der der internationale Frauenhandball zunehmend vom modernen Hallenhandball geprägt wurde. Torka war unter anderem bei der Weltmeisterschaft 1971 Teil der sportlichen Leitung der bundesdeutschen Auswahl.
Volker Schneller betreute die DHB-Frauen von 1972 bis 1974. Seine relativ kurze Amtszeit lag in einer sportlich schwierigen Phase, in der die Bundesrepublik im Frauenhandball insbesondere gegenüber den führenden Mannschaften aus Osteuropa zurücklag.
Werner Vick übernahm nach seiner langen Tätigkeit als Männer-Bundestrainer 1973 auch die Frauen. Er blieb bis 1981 verantwortlich. Die ganz großen internationalen Erfolge blieben in dieser Phase aus; bei der Weltmeisterschaft 1978 erreichte die Bundesrepublik Rang acht. Vick gehört zu den wenigen Trainern, die sowohl Männer als auch Frauen des DHB als Cheftrainer betreuten.
Gerd Tschochohei trat 1981 Vicks Nachfolge an und betreute die Nationalmannschaft bis 1983. Seine Amtszeit bildete den Übergang zur ersten Ära von Ekke Hoffmann.
Ekke Hoffmann ist eine Besonderheit in der Geschichte der deutschen Handball-Frauen. Er war gleich dreimal Bundestrainer: von 1983 bis 1988, von 1995 bis 1999 sowie von 2001 bis 2004. Den größten Erfolg feierte er während seiner zweiten Amtszeit mit WM-Bronze 1997 bei der Heim-Weltmeisterschaft. Nach seiner dritten Amtszeit und Platz fünf bei der EM 2004 zog er sich vom Posten zurück.
Ulrich Weiler folgte Hoffmann 1988 und blieb bis 1990. Zuvor hatte er unter anderem als Co-Trainer und Juniorinnentrainer gearbeitet. Unter seiner Leitung belegte die westdeutsche Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 1990 den vierten Platz.
Heinz Strauch übernahm die Mannschaft in einer historisch besonderen Situation. Zuvor hatte er die Frauen-Nationalmannschaft der DDR trainiert, mit der er bei der WM 1990 Bronze gewann. Nach der Wiedervereinigung wurde er Trainer der gesamtdeutschen Auswahl und führte Deutschland bei den Olympischen Spielen 1992 auf Rang vier.
Lothar Doering schrieb anschließend deutsche Handballgeschichte. Der frühere DDR-Nationalspieler führte die erstmals bei einer WM als gesamtdeutsches Team startende Mannschaft 1993 sensationell zum Weltmeistertitel. Im Finale von Oslo besiegte Deutschland Dänemark nach Verlängerung mit 22:21. Ein Jahr später erreichte das DHB-Team bei der ersten Frauen-Europameisterschaft erneut das Finale und gewann Silber. 1999 kehrte Doering noch einmal auf den Bundestrainerposten zurück.
Ingolf Wiegert übernahm 1994. Der Olympiasieger von 1980 und frühere Weltklassespieler des SC Magdeburg betreute die Frauen-Auswahl bis 1995, bevor Ekke Hoffmann zu seiner zweiten Amtszeit zurückkehrte.
Dago Leukefeld wurde 2000 Bundestrainer. Zuvor hatte er bereits im DHB-Nachwuchs und bei verschiedenen Frauen-Bundesligisten gearbeitet. Bei der EM 2000 belegte Deutschland Platz neun; nach rund 13 Monaten endete seine Amtszeit.
Leszek Krowicki übernahm 2001 für eine kurze Übergangsphase. Seine Amtszeit umfasste nur wenige Länderspiele, bevor Ekke Hoffmann ein drittes Mal zum Bundestrainer berufen wurde.
Armin Emrich führte die DHB-Frauen von 2005 bis Anfang 2009. Unter ihm kehrte Deutschland in die erweiterte Weltspitze zurück. Nach Platz vier bei der EM 2006 gewann das Team bei der WM 2007 die Bronzemedaille. 2008 erreichten die DHB-Frauen erneut das EM-Halbfinale und nahmen an den Olympischen Spielen in Peking teil.
Rainer Osmann wurde 2009 Emrichs Nachfolger. Der frühere Männer-Nationaltrainer Österreichs leitete in den folgenden beiden Jahren eine Phase des personellen und sportlichen Umbruchs. 2011 endete seine Tätigkeit als Frauen-Bundestrainer.
Heine Jensen übernahm im Frühjahr 2011. Unter dem Dänen erreichte Deutschland bei der EM 2012 den siebten Platz und bei der WM 2013 das Viertelfinale. Nach einer enttäuschenden Europameisterschaft 2014 wurde der Vertrag rückwirkend zum 31. Dezember 2014 aufgelöst.
Jakob Vestergaard folgte im März 2015. Der international erfahrene dänische Vereinstrainer sollte die Mannschaft insbesondere mit Blick auf die Heim-WM 2017 entwickeln. Seine ursprünglich länger geplante Amtszeit endete jedoch bereits im März 2016 im gegenseitigen Einvernehmen.
Michael Biegler übernahm 2016 nach seiner erfolgreichen Tätigkeit als Männer-Nationaltrainer Polens. Bei seinem ersten großen Turnier führte er Deutschland bei der EM 2016 auf Rang sechs. Anschließend bereitete er die Mannschaft auf die Heim-Weltmeisterschaft 2017 vor und betreute sie auch bei diesem Turnier.
Henk Groener begann Anfang 2018 einen Neuaufbau der Nationalmannschaft. Der Niederländer brachte große Erfahrung aus seiner erfolgreichen Zeit mit der niederländischen Frauen-Auswahl mit und setzte beim DHB verstärkt auf eine neue Generation. Seine Tätigkeit endete im Frühjahr 2022.
Markus Gaugisch übernahm die DHB-Frauen im April 2022 zunächst vorzeitig für die ersten Länderspiele; sein regulärer Vertrag begann zum 1. Juli 2022. Unter ihm erreichte Deutschland bei der WM 2023 Platz sechs und entwickelte sich anschließend weiter in Richtung Weltspitze. Den bislang größten Erfolg seiner Amtszeit feierte die Mannschaft bei der Heim-WM 2025 mit der Silbermedaille. Im Januar 2026 verlängerte der DHB seinen Vertrag bis 2028 und damit bis zu den Olympischen Spielen in Los Angeles.
Damit reicht die Geschichte der DHB-Bundestrainer der Frauen von den Aufbaujahren unter Fritz Fromm und Hans Geilenberg über die Weltmeister-Ära unter Lothar Doering bis zur aktuellen erfolgreichen Phase unter Markus Gaugisch. Besonders prägend waren neben Doering vor allem Ekke Hoffmann mit drei Amtszeiten und WM-Bronze 1997 sowie Armin Emrich mit der Bronzemedaille von 2007.