U18-Handball-EM 2026: Deutschland ist Europameister!

Die deutsche U18-Handball-Nationalmannschaft ist Europameister 2026. Bei der U18-Handball-EM 2026 der Junioren in Serbien setzte sich das DHB-Team in einem außergewöhnlichen Turnierverlauf durch und gewann am 9. August das Finale gegen Slowenien deutlich mit 36:27 (17:11). Für Deutschland ist es nach 2008 und 2012 der dritte EM-Titel in dieser Altersklasse.

Die offiziell als Men’s 18 EHF EURO 2026 ausgetragene Handball-Europameisterschaft fand vom 29. Juli bis 9. August 2026 in Serbien statt. Insgesamt nahmen 24 Teams daran teil. Gespielt wurde in Belgrad, wo auch die Finalspiele und das Finale ausgetragen wurden. Deutschland startete in der Vorrunde in Gruppe B gemeinsam mit Gastgeber Serbien, Italien und der Türkei.

Noch in der Vorrunde hatten die DHB-Junioren um Elvis Kretzschmar, Sohn von Stefan Kretzschmar, 28:30 gegen den Finalgegner verloren. Nun, 14 Jahre nach dem Erfolg der Generation um die Nationalspieler Timo Kastening und Jannik Kohlbacher, gewann Deutschland das vierte EM-Gold dieser Altersklasse nach 2008, 2012 und 2021. Bronze ging an Dänemark, das sich mit 28:25 (18:13) gegen Spanien durchsetzte.

Bei der parallel ausgetragenen U18-WM der Juniorinnen landete das deutsche DHB-Team nach einem 34:26 gegen Südkorea am Freitag auf Platz 13.

U18-Handball-EM 2026: Spielplan und Ergebnisse

Deutschland absolvierte bei der Europameisterschaft insgesamt acht Spiele. Nach zwei deutlichen Siegen und einem Remis gewann die DHB-Auswahl zunächst ihre Vorrundengruppe. In der Hauptrunde folgten jedoch zwei knappe Niederlagen gegen Slowenien und Frankreich. Erst durch die Ergebnisse der anderen Hauptrundengruppen qualifizierte sich Deutschland als einer der beiden besten Gruppendritten doch noch für das Viertelfinale.

RundeDatumUhrzeitSpielpaarungErgebnis
Vorrunde, Gruppe B29.07.202614:30Deutschland – Italien48:26
Vorrunde, Gruppe B30.07.202619:30Deutschland – Serbien27:27
Vorrunde, Gruppe B01.08.202614:30Türkei – Deutschland23:45
Hauptrunde, Gruppe I03.08.202617:00Slowenien – Deutschland30:28
Hauptrunde, Gruppe I04.08.202617:00Deutschland – Frankreich28:29
Viertelfinale06.08.202617:00Island – Deutschland31:33
Halbfinale07.08.202617:00Deutschland – Spanien32:27
Finale09.08.202619:30Deutschland – Slowenien36:27

Die Spieltermine und Ergebnisse entsprechen dem offiziellen EHF-Spielplan.

Deutschland gewinnt die Vorrundengruppe

Schon zum Auftakt setzte die deutsche U18 ein deutliches Zeichen. Gegen Italien gewann die Mannschaft von Bundestrainer Erik Wudtke mit 48:26. Es folgte das wesentlich schwierigere Duell gegen Gastgeber Serbien. Vor einer lautstarken Kulisse in Belgrad lag Deutschland lange vorne, musste sich nach einer turbulenten Schlussphase aber mit einem 27:27 begnügen.

Im abschließenden Gruppenspiel ließ die DHB-Auswahl der Türkei anschließend kaum eine Chance. Deutschland gewann 45:23 und sicherte sich mit 5:1 Punkten und einer Tordifferenz von +44 den ersten Platz der Gruppe B vor Serbien. Besonders Vincent Faciejew überzeugte gegen die Türkei mit zehn Treffern.

Zwei Niederlagen in der Hauptrunde

In der Hauptrunde wurde die Aufgabe deutlich schwieriger. Zunächst unterlag Deutschland Slowenien mit 28:30. Trotz einer starken Aufholjagd gelang der Ausgleich in den letzten Sekunden nicht mehr. Vincent Faciejew und Toma Gadza waren mit jeweils sieben Toren die erfolgreichsten deutschen Werfer.

Auch gegen Frankreich entwickelte sich einen Tag später ein enges Spiel. Deutschland verlor mit 28:29 und musste anschließend auf die Ergebnisse der Konkurrenz hoffen. Weil Serbien gegen Slowenien sowie die Färöer gegen Dänemark verloren, reichte Deutschland der dritte Platz in der Hauptrundengruppe für den Einzug in das Viertelfinale.

Damit begann der außergewöhnlichste Teil des deutschen Turniers.

Viertelfinale: Deutschland bezwingt Favorit Island

Im Viertelfinale traf die DHB-Auswahl auf das bis dahin ungeschlagene Island. Deutschland zeigte seine bis dahin beste Turnierleistung und gewann das intensive Duell mit 33:31 (16:15). Das Team führte praktisch über die gesamte Partie und hielt dem Druck der Isländer auch in einer hektischen Schlussphase stand.

Julius Eisend war mit neun Treffern bester deutscher Torschütze. Kapitän Malte Elze erzielte sieben Tore, Tim Thielicke sechs. Zudem wurde Torhüter Tjorven Knackstedt zu einem wichtigen Faktor für die deutsche Defensive.

Deutschland schlägt Spanien im Halbfinale

Nur einen Tag später wartete mit Spanien der nächste starke Gegner. Nach einer schwierigen ersten Hälfte lag Deutschland zur Pause mit 10:11 zurück. Anschließend drehte die Mannschaft jedoch auf: Ein 7:1-Lauf zu Beginn der zweiten Hälfte brachte die DHB-Auswahl mit 17:12 in Führung.

Deutschland gewann schließlich mit 32:27 und zog damit zum vierten Mal in der Geschichte einer regulären U18-Europameisterschaft in das Finale ein. Julius Pöthke erzielte acht Tore, während Tjorven Knackstedt mit elf Paraden entscheidenden Anteil am Erfolg hatte.

Finale: Deutschland schlägt Slowenien 36:27

Im Endspiel kam es zum erneuten Duell mit Slowenien. In der Hauptrunde hatte Deutschland noch mit 28:30 verloren – im Finale präsentierte sich die DHB-Auswahl jedoch deutlich stärker.

Slowenien erwischte zunächst den besseren Start und führte nach rund 15 Minuten mit 8:5. Nach einer Auszeit von Erik Wudtke änderte sich die Partie grundlegend. Deutschland stabilisierte die Abwehr, erzwang zahlreiche Ballverluste und ging erstmals mit 10:9 in Führung. Bis zur Pause baute das DHB-Team den Vorsprung auf 17:11 aus.

Auch nach dem Seitenwechsel ließ Deutschland nicht nach. Beim 20:11 war der Vorsprung bereits auf neun Treffer angewachsen, später lag die DHB-Auswahl sogar zweistellig vorne. Slowenien konnte das Finale nicht mehr drehen. Mit dem 36:27 sicherte sich Deutschland schließlich hochverdient den Europameistertitel.

DHB-Kader bei der U18-Handball-EM

Das ist der DHB-Kader bei der U20-Handball-EM 2026:

PositionSpielerVerein
TorTobias DenglerTHW Kiel
Tjorven KnackstedtVfL Eintracht Hagen
Rückraum linksKalle GaugischJSG Balingen-Weilstetten
Julius EisendTHW Kiel
Constantin MinningSG Flensburg-Handewitt
Elvis Ernesto KretzschmarSC Magdeburg
Rückraum MitteMats BrigzinskySC Magdeburg
Tim Bennet ThielickeSC Magdeburg
Lenn StrobelJSG Balingen-Weilstetten
Rückraum rechtsFinn MeißnerSG Pforzheim/Eutingen
Toma GadzaHandball Sport Verein Hamburg
Julius PöthkeTSV Burgdorf
LinksaußenClaudius BeuthnerTHW Kiel
RechtsaußenVincent FaciejewTHW Kiel
Tim LöhrRhein-Neckar Löwen
KreisMalte ElzeSC Magdeburg
Moritz DetlefsenSG Flensburg-Handewitt

Der deutsche EM-Kader setzte sich überwiegend aus Spielern der Jahrgänge 2008 und 2009 zusammen. Zahlreiche Talente hatten bereits zuvor internationale Erfahrungen gesammelt. Mehrere Spieler gehörten 2025 zur deutschen Mannschaft, die die U17-Weltmeisterschaft gewann.

Im Verlauf der EM gab es eine personelle Veränderung: Mats Brigzinsky gehörte in der Vorrunde zum deutschen Spieltagskader. Vor dem ersten Hauptrundenspiel reiste Tim Thielicke nach überstandener Rückenverletzung nach Belgrad und rückte für Brigzinsky in das Aufgebot.

Trainer und Staff

Bundestrainer der deutschen U18 ist Erik Wudtke, unterstützt von Co-Trainer Fabian Gramattke. Zum EM-Team gehörten außerdem Torwarttrainerin Isabell Roch, Delegationsleiter Martin Heuberger, Mannschaftsarzt Sebastian Wegmann sowie die Physiotherapeuten Richard Haß und Benjamin Voß.

Kapitän der deutschen Mannschaft war Kreisläufer Malte Elze vom SC Magdeburg.

Drei deutsche Spieler im All-Star-Team

Der deutsche Titelgewinn spiegelte sich auch in den individuellen Auszeichnungen der U18-Handball-EM 2026 wider. Gleich drei deutsche Spieler wurden in das All-Star-Team des Turniers gewählt:

  • Bester Torhüter: Tjorven Knackstedt (VfL Eintracht Hagen)
  • Bester Rückraum links: Julius Eisend (THW Kiel)
  • Bester Kreisläufer: Malte Elze (SC Magdeburg)

Zum wertvollsten Spieler der Europameisterschaft wurde der Slowene Jaka Podvrsic gewählt. Torschützenkönig des Turniers wurde Yonathan Pelach aus Israel mit 97 Treffern.

Deutschland holt den dritten U18-EM-Titel

Mit dem Triumph von Belgrad hat die deutsche Nachwuchs-Nationalmannschaft ihre erfolgreiche Entwicklung fortgesetzt. Für Deutschland ist es der vierte Titel bei einer U18-Handball-Europameisterschaft nach 2008, 2012 und 2021. Besonders bemerkenswert ist dabei der Weg zum Titel: Nach den Niederlagen gegen Slowenien und Frankreich stand das DHB-Team in der Hauptrunde kurz vor dem Ausscheiden, erreichte mit Schützenhilfe doch noch die K.-o.-Phase und bezwang dort nacheinander Island, Spanien und Slowenien.

„Ich gratuliere der Mannschaft sowie dem gesamten Staff um Bundestrainer Erik Wudtke herzlich zur Goldmedaille bei der EHF EURO. Dieser Titel ist gerade mit Blick auf den Turnierverlauf sehr besonders. Die Mannschaft hat sich nach Rückschlägen in der Vor- wie auch in der Hauptrunde eindrucksvoll zurückgekämpft und ihr Niveau gerade in den K.o.-Spielen noch einmal gesteigert. Das spricht für die sportliche Qualität sowie die Mentalität der Mannschaft und auch des Trainerteams. Mit dieser Goldmedaille schließen wir einen ereignisreichen Nachwuchssommer mit insgesamt drei Goldmedaillen bei fünf Turnieren ab.“, so Ingo Meckes, Vorstand Sport beim DHB.

Am Ende steht damit ein außergewöhnlicher deutscher Turniersieg: U18-Handball-Europameister 2026 ist Deutschland. Slowenien gewann Silber, Dänemark sicherte sich durch einen 28:25-Sieg gegen Spanien die Bronzemedaille.

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