Handball-EM 2026 Finale: Deutschland gegen Dänemark

Die deutschen Handballer stehen im Finale der Handball-EM 2026. Der Gegner ist bekannt und trägt den Favoritenstatus: Gastgeber und Weltmeister Dänemark, das „Überteam“. Doch die DHB-Männer sind motivierter denn je. Am Sonntag, 1. Februar 2026, wird das Endspiel um 18 Uhr im dänischen Herning angepfiffen. Wir berichten heue live vom EM-Finale im Liveticker!

Deutschland unterliegt dem dänischen Europameister

Der Triumphzug der DHB-Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason endete am Sonntagabend gegen Olympiasieger und Weltmeister Dänemark trotz einer irren Paraden-Show von Wolff. Die 27:34 (16:18)-Niederlage in einem lange Zeit ausgeglichenen und hochintensiven Endspiel schmerzte, mit dem Gewinn der Silbermedaille feierte das deutsche Team ein Jahr vor der Heim-WM aber den größten Erfolg bei einer Europameisterschaft seit dem Titelgewinn vor zehn Jahren.

Bis zum 27:29 (55.) gestalteten Wolff und seine Mitspieler die Partie ausgeglichen, zum Ende drehte Dänemark mit seinen herausragenden Einzelkönnern aber auf. In der Schlussphase schwanden nach einem kräftezehrenden Turnier mit neun Spielen auch die Kräfte, zumal Abwehrspezialist Tom Kiesler nach einem groben Foulspiel an Welthandballer Mathias Gidsel früh die Rote Karte sah. Beste deutsche Torschützen waren Spielmacher Juri Knorr, Golla und Marko Grgic mit je fünf Treffern.

Das deutsche Team bestach von Sekunde eins mit ganz viel Leidenschaft und kühlte den brodelnden Hexenkessel mit der ersten Führung durch Knorr 5:4 (10.) erstmal runter. Als Kiesler wenig später raus musste und die Dänen durch einen Pytlick-Doppelpack nach einer Viertelstunde auf 10:7 stellten, drohte kurzzeitig Ungemach. Doch Golla traf acht Minuten später zum 13:13.

Die Dänen blieben aber am Drücker. Und es war vor allem Keeper Wolff, der im Gegensatz zum verlorenen Hauptrundenspiel gegen die Dänen (26:31) von Beginn an ran durfte, dass der Halbzeitrückstand mit zwei Toren gering ausfiel. „In Dänemark ein Finale gegen den Gastgeber zu spielen, ist mega geil. Wir müssen die Halle noch mehr zum Pfeifen bringen“, sagte Franz Semper in der Pause. Die Dänen drückten weiter aufs Tempo. Zwar glich Golla beim 19:19 (35.) aus, doch offensiv leistete sich Deutschland gegen Dänemarks Schlussmann Kevin Möller immer wieder Fehlwürfe. Es half zunächst nur wenig, dass auch Wolff nun immer besser ins Spiel fand und sein Team mit teils spektakulären Paraden im Spiel hielt. Beim 22:26 (45.) wuchs der Rückstand dennoch erstmals auf vier Treffer. Gislason reagierte, der Isländer nutzte erstmals im Turnierverlauf im Angriff die Variante mit einem siebten Feldspieler. Dies zeigte Wirkung: Deutschland robbte sich beim 24:26 (51.) wieder heran, Wolff war in dieser Phase beinahe unüberwindbar. Jannik Kohlbacher sah spät nach grobem Foulspiel Rot (57.), das Spiel war da allerdings gelaufen.

Dänemark – Deutschland 34:27 (18:16).
Dänemark: Nielsen, K. Möller – Pytlick (8), Gidsel (7), Hansen (7), Arnoldsen (5), Jakobsen (3), Kirkelökke (2), Saugstrup (1), Hoxer (1), Landin, Lauge, Mensah, Andersson, Svane, Möller. Deutschland: Wolff, Späth – Golla (5), Knorr (5), Grgić (5), Köster (4), Lichtlein (2), Zerbe (2), Uscins (2), Semper (1), Mertens (1), Schluroff, Langhoff, Kiesler, Dahmke, Kohlbacher. Strafminuten: 6 – 6. Zuschauer: 15.000 (ausverkauft) in Herning.

Liveticker: Dänemark gegen Deutschland heute live

Unser Liveticker zum Finale zwischen Gastgeber Dänemark und Deutschland. Während des Spiels könnt ihr in unserem Ticker auf diese Seite die einzelnen Meldungen und Aktionen mit euren Interaktionen füttern, an Umfragen teilnehmen, in einem EM-Quiz zum Spiel euer Wissen testen und dadurch interaktiv am großen Endspiel teilnehmen.

Kiesler rechtzeitig fit, Fischer verpasst Finale

Deutschlands Handballer müssen im EM-Finale kurzfristig auf Justus Fischer verzichten. Der Kreisläufer aus Hannover laboriert an „einem kurzfristig aufgetretenen Infekt und ist nicht spielfähig“. Das teilte der Deutsche Handballbund (DHB) eine Stunde vor Anwurf des Spiels gegen Weltmeister Dänemark mit. Abwehrspezialist Tom Kiesler (VfL Gummersbach) wurde nach seinem Magen-Darm-Infekt rechtzeitig für das Duell in Herning fit. Als zweiten Spieler strich Bundestrainer Alfred Gislason wie schon im Halbfinale den Gummersbacher Mathis Häseler aus seinem 16-köpfigen Spieltagskader.

Gislason hat 18 Spieler mit zur Europameisterschaft genommen und kann aus diesem Aufgebot für jedes Spiel maximal 16 Spieler nominieren. Fischer hatte bei seinen EM-Einsätzen überzeugt, im Halbfinale gegen Kroatien sorgte er mit drei Blocks in einem Angriff für ein seltenes Kunststück in der Defensive.

Kiesler hatte das letzte Hauptrundenspiel gegen Frankreich (38:34) und das Halbfinale gegen Kroatien (31:28) verpasst. Der 24-jährige Kiesler habe zwei Tage „nur im Bett gelegen“ und sei „völlig geschwächt“ gewesen, hatte Gislason am Samstag berichtet. Sein bislang letztes EM-Spiel bestritt Kiesler am vergangenen Montag bei der Hauptrundenniederlage gegen Dänemark (26:31). Bei diesem und den vorherigen Auftritten hatte der Turnierdebütant mit starken Leistungen in der Deckung überzeugt. Gislason bezeichnete Kiesler während der EM als „besten Abwehrspieler des Turniers“.

Der Titel ist zum Greifen nah!

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft steht im Finale der Handball-Europameisterschaft in Herning. Nach dem 31:28-Erfolg im Halbfinale gegen Kroatien wartet nun erneut Gastgeber Dänemark. Für die DHB-Auswahl ist es nicht nur ein Endspiel, sondern auch die Chance auf Revanche. Nach der 36:31-Niederlage gegen die Dänen in der Vorrunde soll jetzt das Blatt gewendet werden. „Die Dänen sind nicht unschlagbar. Wir müssen uns vor keiner Mannschaft verstecken“, sagt Lukas Zerbe im Interview nach dem Halbfinale. „Wir regenerieren gut und freuen uns aufs Finale!“ Auch Julian Köster ist nach dem Spiel stolz auf den Erfolg: „Wie ich finde eine grandiose Teamleistung. Macht richtig Bock mit der Mannschaft.“

Tatsächlich brauchte es gegen die Kroaten niemanden, der heraussticht. Im Halbfinale war es eine geschlossene Teamleistung. Auch Bundestrainer Alfred Gislason fiel auf: „Es war eine phänomenale Leistung von allen.“ Es scheint, als wäre nun passend zu den Endspielen jeder im Turnier angekommen.

Ein Team, viele Träger des Erfolgs

Man kann es nicht anders sagen: Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Handball-EM in Herning bislang eine geradezu verrückte Reise hinter sich. Ein beinahe drohendes Vorrundenaus gegen Serbien, danach zahlreiche enge Spiele, die dank des breiten Kaders immer wieder durch einzelne Leistungen entschieden wurden. So zeigte Schlüroff eine phänomenale Leistung gegen Portugal, Andi Wolff parierte 22 Bälle gegen Norwegen, während Grgić das Team in der Offensive trug. Gegen Frankreich wiederum überzeugte Juri Knorr mit einer starken Leistung.

Doch genau das ist es, was diese Mannschaft ausmacht: Hat einer einen schlechten Tag, wächst ein anderer über sich hinaus. Jeder übernimmt Verantwortung, jeder ist bereit, für den Nebenmann einen Schritt mehr zu gehen. Das DHB-Team funktioniert, weil man sich aufeinander verlassen kann. Dieses Prinzip wurde auch im Halbfinale noch einmal deutlich. Co-Trainer Erik Wudtke befestigte an der Kabinentür ein Plakat mit der Aufschrift: „Das Herz muss voller sein als die Hose.“

Nach dem Halbfinale haben sich die Moderatoren Dominik Klein und Alex Schlüter einen kleinen Scherz erlaubt und Trainer Alfred einen goldenen Buzzer überreicht. Eine Auszeitpleite wie gegen Serbien soll es im Finale nicht mehr geben. Zu wünschen ist natürlich, dass der Buzzer nicht das einzige Gold ist, das der Bundestrainer am Ende in den Händen hält – denn am Sonntag heißt es nicht mehr „Adler, flieg!“, sondern „Adler, SIEG!“

Dänemark übersteht Halbfinale gegen Island

Nach dem Halbfinale zwischen Deutschland und Kroatien trafen die Dänen im zweiten Halbfinale auf Island und lieferten sich eine Partie des Hochgeschwindigkeitshandballs. Nach einer starken Anfangsphase der Isländer konnten die Gastgeber mit einer knappen 14:13-Führung in die Halbzeit gehen. Auch nach dem Seitenwechsel blieb es spannend. Island übernahm beim 14:15 erneut die Führung. Bis zur 42. Minute ging es Kopf an Kopf, dann setzte sich Dänemark erstmals wieder mit zwei Toren auf 21:19 ab. Die Stimmung in der Jyske Bank Boxen war aufgeheizt. Der große dänische Fanblock fieberte lautstark mit, doch auch die deutlich kleinere Fangruppe der Isländer machte sich bemerkbar. Beide Teams zeigten starke handballerische Leistungen und lieferten sich einen offenen Kampf. Am Ende waren es jedoch die Dänen, die in den entscheidenden Minuten die Nerven behielten und sich mit 31:28 durchsetzen konnten. Island trifft demnach im Spiel um Platz drei auf Kroatien.

Füchse-Duell im Endspiel ist perfekt

Vier Spieler des amtierenden Deutschen Meisters aus Berlin stehen sich im Finale der Handball-EM am Sonntag gegenüber. Die Füchse Matthes Langhoff und Nils Lichtlein bezwangen im Halbfinale mit Deutschland die Kroaten, Dänemark mit Mathias Gidsel und Lasse Andersson die stark kämpfenden Isländer.

„Ich kann es noch gar nicht ganz glauben, dass wir im Finale stehen, ich bin sehr happy. Bis zur Halbzeit waren wir auf Augenhöhe mit Kroatien, und was unsere Abwehr dann geleistet hat, war überragend. Am Ende sind wir cool geblieben“, sagt Lichtlein. Auch Langhoff strahlt über das gesamte Gesicht: „Ich bin super happy. Erstes Turnier mit den Männern und direkt Finale. Schöner könnte es gerade nicht sein. Wir haben die Zweikämpfe sehr gut geführt und uns in der Abwehr geholfen. Dadurch haben wir Energie gesammelt, was den Ausschlag gegeben hat.“

„Das war ein unfassbar intensives Spiel, unfassbar schwer zu kotrollieren. Islands Mannschaft war stark, deswegen bin ich noch stolzer, dass wir das geschafft und wie wir gekämpft haben. Die Fans haben gemerkt, dass wir unter Druck waren und sie haben die Extra-Energie gegeben. Das war vielleicht der Unterschied zwischen zwei sehr guten Mannschaften heute“, sagt Gidsel. Andersson ergänzte: „Das war sehr hart heute, sie haben hart gekämpft in vielen Duellen. In der zweiten Halbzeit haben wir super zusammengearbeitet in der Abwehr, standen zusammen.“

EM-Finale 2026 im Fokus: Datum, Ort, Bedeutung

Der Showdown der Handball-EM 2026 findet am 1. Februar 2026 statt, Anpfiff ist um 18 Uhr im dänischen Herning. Die Jyske Bank Boxen zählt zu den größten Hallen Dänemarks und bietet mit rund 15 000 Zuschauern eine Arena, in der Geschichte geschrieben werden kann.

Für viele Teams bedeutet das Finale nicht nur den Kampf um den Titel, sondern auch um Prestige, nationale Ehre und eine Position im europäischen Handball-Olymp. Nach intensiven Wochen mit Vorrunde, Hauptrunde und Halbfinals ist dieser Moment der ultimative Gradmesser. Die Spannung steigt – und mit ihr die Erwartungen der Fans.

Wer überträgt das Handball-EM 2026 Finale?

Die Übertragungsrechte der Handball-EM sind breit gestreut und sorgen dafür, dass Fans in ganz Europa live dabei sein können:

In Deutschland übertragen Das Erste (ARD) und ZDF die Spiele mit deutscher Beteiligung im Free-TV sowie im Stream. Zusätzlich bietet der Streamingdienst Dyn alle 65 Spiele der EM, inklusive des Finales, live an. International sind verschiedene Sender wie ORF (Österreich), Arena Sport oder Viaplay an der Übertragung beteiligt – außerhalb Europas steht EHFTV bereit. Das EM-Endspiel wird vom ZDF übertragen, das Halbfinale wurde von der ARD.

Unser Tipp: Klickt in unseren Liveticker, um am Tag des Endspiels keine Sekunde zu verpassen – von der ersten Minute bis zum Schlusspfiff.

Rückblick: Große EM-Finals der Geschichte

Auch ohne konkrete Paarung lohnt sich ein kurzer Blick auf die Historie:

  • 2014: Frankreich gewann sein erstes EM-Gold und legte den Grundstein für eine große Phase im Welt-Handball.
  • 2016 & 2018: Die Skandinavier meldeten sich eindrucksvoll zurück, als sowohl Dänemark als auch Schweden auf dem Podium standen.
  • 2020 & 2022: Die Turniere waren geprägt von späten Dramen und unvergesslichen Comebacks.
  • 2024: Frankreich verteidigte seinen Titel – und zeigte, wie schwierig es ist, im modernen Handball zwei große Titel in Folge zu holen.

Diese Vergangenheit macht eines klar: Das Finale der Handball-EM 2026 ist mehr als nur ein Spiel – es ist das Finale einer Geschichte voller Spannung, Wucht und taktischer Tiefe.

Was macht dieses Finale besonders?

In diesem Jahr steht der Wettbewerb unter dem Zeichen von Innovation und emotionaler Nähe zum Sport: Für die Finalrunde der Europameisterschaft in Dänemark wurde eine RefCam eingeführt – eine Kamera auf dem Rücken der Schiedsrichter, die eine einzigartige Perspektive liefert und Fans noch näher am Geschehen sein lässt.

Sportlich zeichnet sich ab, dass mehrere Top-Nationen das Zeug haben, ganz vorne zu landen. Viele Teams haben bewiesen, dass sie nicht nur körperlich, sondern mental auf dem Punkt abrufen können, was ein Finale verlangt.

Auch ohne die Namen der Finalisten steht eines fest: Das Handball-EM Finale in Herning wird ein Spektakel, das Fans nicht verpassen wollen. Ob man im Stadion dabei ist, im TV jubelt oder im Liveticker mitfiebert – dieser Abend wird lange in Erinnerung bleiben.

(KF)

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