Handball-EM 2026: Deutschland siegt gegen Portugal

Die DHB-Männer sind mit einem Sieg in die Hauptrunde der Handball-EM 2026 gestartet. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason bezwang den WM-Vierten Portugal in Herning mit 32:30 (11:11) und machte mit nun 4:0 Punkten einen weiteren Schritt in Richtung Halbfinale.

Der Gummersbacher Miro Schluroff (7 Tore) war am Donnerstagnachmittag vor 6.145 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen der beste deutsche Werfer. Nächster DHB-Gegner ist am Samstag Norwegen, anschließend warten weitere Kracherspiele gegen Olympiasieger Dänemark am Montag und Titelverteidiger Frankreich am Mittwoch.

DHB-Männer siegen im Portugal-Krimi

Die DHB-Männer um ihren überragenden Scharfschützen Miro Schluroff hüpften ausgelassen im Kreis, Torhüter Andreas Wolff zeigte die Siegerfaust: Angeführt vom überragenden Torhüter und ihrem treffsicheren Rückraumshooter haben Deutschlands Handballer im hitzigen Nervenduell gegen Portugal kühlen Kopf bewahrt und einen perfekten Start in ihre EM-Hauptrunde hingelegt. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason besiegte den WM-Vierten zur ungewohnten Anwurfzeit um 15:30 Uhr mit 30:29 (11:11) und hat bei ihrer Medaillenmission mit nun 4:0 Punkten sehr gute Chancen im Rennen um das Halbfinale.

Vor 6.145 Zuschauern in der nicht voll besetzten Jyske Bank Boxen in Herning benötigte Deutschland einen langen Atem. Die Portugiesen, die im Vorjahr die deutschen WM-Träume im Viertelfinale von Oslo beendet hatten, erwiesen sich mit ihrer knüppelharten Deckung als der erwartet knifflige Gegner. Wolff hielt Deutschland in einem schwachen ersten Abschnitt mit starken Paraden im Spiel. Nach der Pause, als das Spiel immer hitziger wurde, übernahm neben dem Kieler Keeper aber auch Miro Schluroff viel Verantwortung und traf in Serie. Der Gummersbacher avancierte mit sieben Treffern zum besten deutschen Werfer, alle Tore erzielte er im zweiten Abschnitt. Auch eine Rote Karte für Kapitän Johannes Golla (53.) konnte das deutsche Team in der Schlussphase nicht schocken.

Das deutsche Team benötigte eine gewisse Anlaufzeit. Zwar hatte die Abwehr die Costa-Brüder, die bei Portugals EM-Coup gegen die Dänen zu zweit 18 der 31 Treffer erzielt hatten, in der ersten Halbzeit gut im Griff. Weil Spielmacher Juri Knorr und seinen Mitspielern vorne zunächst aber wenig gelang, bestimmte Portugal die Anfangsphase. „Ihr Spiel lebt nur von unseren technischen Fehlern. Es ist nichts passiert“, beruhigte Gislason seine Mannschaft in einer Auszeit beim Stand von 4:6 (13.): „Lasst den Ball laufen.“

Deutschland steigerte sich von Minute zu Minute. Die Abwehr im Zusammenspiel mit dem in dieser Phase überragenden Wolff ließ nun kaum noch etwas zu, zudem gelangen wichtige Tore über den Gegenstoß. Und so verwandelte die DHB-Auswahl einen 6:8-Rückstand dank zehn Minuten ohne Gegentor und einer Wolff-Fangquote von 47 Prozent in eine 10:8. Erneute Unkonzentriertheiten kosteten allerdings die Pausenführung.

„Wir machen kein gutes Spiel, wir kommen nicht gut rein, machen zu viele technische Fehler“, monierte Nationalmannschaftsmanager Benjamin Chatton am ARD-Mikrofon: „Wir können froh sein, dass es 11:11 steht.“

Das deutsche Team steigerte sich nach der Pause auch offensiv. Vor allem die Einwechslung von Schluroff erwies sich als Glücksgriff und belebte das Angriffsspiel spürbar. Gleich fünf Treffer gelangen dem Gummersbacher Rückraumspieler bis zur 45. Minute, Deutschland führte 21:20. „Wir müssen einfach unser Ding durchziehen. Die schreien die ganze Zeit, hinten wie vorne. Unsere Abwehr ist überragend“, rief Gislason seinen Spielern zu.

Es entwickelte sich eine dramatische Schlussphase. „Wir ziehen das jetzt durch“, brüllte Gislason in der 55. Minute beim Stand von 26:25. Sein Team gehorchte.

Deutschland – Portugal 32:30 (11:11).
Deutschland: Wolff, Späth – Schluroff (7), Uscins (6), Lichtlein (4/3 Siebenmeter), Zerbe (4/2), Mertens (3), Fischer (2), Golla (2), Knorr (2), Grgic (1), Köster (1), Dahmke, Kiesler, Langhoff, Semper. Portugal: Capdeville, Tonicher – F. Costa (10/2), M. Costa (6), Frade (5), Areia (4), Brandao (1), Branquinho (1), Neves (1), Salvador (1), Silva (1), Cavalcanti, Fernandes, Gomes, Graca, Iturriza. Schiedsrichter: Mirza Kurtagic, Mattias Wetterwik (Schweden). Strafminuten: 6 – 8. Rote Karte: Golla (53., Deutschland). Zuschauer: 6.145 in Herning.

Liveticker: Deutschland gegen Portugal

Unser Liveticker zum Hauptrunden-Spiel zwischen Deutschland gegen Portugal beginnt am Donnerstag, den 22. Januar 2026. Unser Tipp: Während des Spiels könnt ihr die einzelnen Aktionen mit euren Interaktionen füttern, an Umfragen teilnehmen, in einem Quiz euer Wissen testen und dadurch interaktiv an dem Spiel teilnehmen.

Erinnerung an das Aus bei der WM 2025

Nach erfolgreicher Vorrunde starten die DHB-Männer in die Hauptrunde der Handball-EM 2026. Der erste Gegner heißt Portugal. Am Donnerstag um 15:30 Uhr geht es in der Jyske Bank Boxen für die DHB-Jungs bereits weiter. Sowohl Deutschland als Erster der Gruppe A als auch Portugal als Gruppensieger der Gruppe B nehmen zwei Punkte mit in die Hauptrunde. Das Aufeinandertreffen ist emotional aufgeladen, schließlich wartet die Chance, die Niederlage aus dem WM-Viertelfinale 2025 vergessen zu machen.

„Wir freuen uns auf die Portugiesen“, sagte Bundestrainer Alfred Gislason auf der Pressekonferenz im deutschen Teamquartier im dänischen Silkeborg. Portugal verfüge über eine „sehr, sehr gute Mannschaft. Sie haben verdient gegen Dänemark gewonnen. Das wird ein sehr, sehr interessantes Spiel für uns“, so der 66-jährige Isländer vor ersten Partie der Hauptrunde.

Das Duell weckt bei der DHB-Auswahl schmerzhafte Erinnerungen. Im WM-Viertelfinale 2025 unterlag Deutschland Portugal mit 30:31 nach Verlängerung. Den entscheidenden Treffer erzielte damals Martim Costa in den letzten Sekunden. Deutschland fand nur schleppend in die Partie, brauchte lange, um Struktur ins eigene Spiel zu bringen, und ließ sich von der aggressiven portugiesischen Abwehr zunächst aus dem Rhythmus bringen. Erst in der siebten Minute erzielte Renars Uscins den ersten deutschen Treffer. Trotz allem bleibt auch eine herausragende Leistung von Andreas Wolff in Erinnerung, der mit zahlreichen Paraden Schlimmeres verhinderte. Die Chance auf Revanche ist nun da.

Portugal schockt Dänemark im eigenen Wohnzimmer

Dass Portugal der erste Hauptrundengegner sein würde, kam für viele überraschend. Möglich wurde das durch einen starken Auftritt gegen Gastgeber Dänemark. Vor rund 15.000 Zuschauern in Herning besiegten die Portugiesen den Favoriten mit 31:29 und zogen damit als Gruppensieger in die Hauptrunde ein. Besonders beeindruckend war dabei nicht nur die taktische Disziplin, sondern auch die enorme Wucht im Spiel nach vorne. Dänemark erzielte in der ersten Halbzeit lediglich elf Tore, ein klarer Beleg für die aggressive und gut organisierte Defensive Portugals. Es war erst das zweite Mal überhaupt, dass Dänemark in der Jyske Bank Boxen eine Niederlage hinnehmen musste.

Portugal muss zum Hauptrundenauftakt auf Kreisläufer Victor Iturriza verzichten. Wie die Europäische Handballföderation (EHF) verkündete, wird der 35-Jährige beim Duell gegen mit der DHB-Auswahl am Donnerstag gesperrt fehlen. Grund für den nachträglichen Ausschluss ist ein Vergehen, das er sich in den Schlussminuten des Vorrundenspiels gegen Dänemark geleistet hat. Iturriza hatte Welthandballer Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin beim 31:29-Coup gegen den Olympiasieger mit ausgestrecktem Arm geblockt. Da er zuvor bereits zwei Zeitstrafen kassiert hatte, sah der Portugiese für die Aktion die Rote Karte. „Nach sorgfältiger Prüfung des Vorfalls kam die Disziplinarkommission zu dem Schluss, dass die Handlung rücksichtslos und gefährlich war“, heißt es vom Kontinentalverband, der jede direkte Disqualifikation nachträglich überprüft.

Portugals Offensivpower: Die Costa-Brüder

Überragend in der Vorrunde präsentierten sich die Costa-Brüder. Martim Costa und Francisco Costa erzielten gemeinsam mehr als die Hälfte der portugiesischen Tore gegen Dänemark. Neun Tore gingen auf das Konto von Rückraumspieler Martim Costa, während sein Bruder Francisco, der auf der rechten Rückraumposition spielt, ebenfalls neunmal erfolgreich war. Francisco Costa führt mit 29 Toren das Vorrundenranking der Torschützen an und liegt zudem bei den härtesten Würfen des Turniers auf Rang zwei. Mit 132,26 km/h musste er sich nur knapp Deutschlands Mirco Schluroff geschlagen geben. Ergänzt wird die Offensivreihe durch António Areia, der auf Rechtsaußen sechs Treffer gegen Dänemark beisteuerte.

Zwei Tage Pause

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil liegt auf deutscher Seite in der Regeneration. Die DHB-Jungs hatten einen Tag mehr Pause als die Portugiesen und nutzten diese bewusst, um körperlich wie mental herunterzufahren. Spaziergänge, ein gemeinsamer Teamabend und Gesellschaftsspiele halfen dabei, den Kopf freizubekommen. Während im vergangenen Jahr noch das Kartenspiel „Wizard“ hoch im Kurs stand, wurde diesmal vermehrt zu „Siedler von Catan“ gegriffen. Auch kleine Auszeiten mit dänischen Backwaren gehörten dazu. Ein Turnier auf diesem Niveau fordert nicht nur physisch, sondern auch mental. Späte Anwurfzeiten, Abendessen oft erst gegen Mitternacht und kurze Nächte machen Erholung zu einem entscheidenden Faktor, um die nötige Spritzigkeit über Wochen hinweg zu halten.

Das wartet in der Hauptrunde

Die Hauptrunde hat es gewaltig in sich. Vier Spiele in kurzer Zeit gegen absolute Topnationen entscheiden über den Einzug ins Halbfinale. Neben Portugal warten Norwegen, Dänemark und Frankreich. Viertelfinals gibt es bei dieser EM nicht, nur die beiden besten Teams der Hauptrundengruppe ziehen ins Halbfinale ein. Deutschland, Portugal und Frankreich starten mit jeweils zwei Punkten, während Norwegen, Dänemark und Spanien ohne Zähler beginnen. Jeder Punkt kann am Ende entscheidend sein.

Nach dem starken Auftritt gegen Spanien hat Deutschland gezeigt, wozu das Team fähig ist. Besonders Renars Uscins ragte dabei heraus, kreierte Chancen, erkannte Schwachstellen und gab dem deutschen Angriff Struktur. Diese Klarheit ist gegen Portugal besonders wichtig, denn das Ziel ist eindeutig: Der Weg soll bis ins Halbfinale führen.

(kf)

AM BALL BLEIBEN

Verpasse keine News, Angebote und Tickets mehr - jetzt eintragen und mit uns am Ball bleiben!

Ja, ich möchte Angebote per E-Mail. Abmelden jederzeit möglich!

AM BALL BLEIBEN

Trage dich in unseren Handball-Newsletter ein und bleibe mit uns am Ball!

Ja, ich möchte Angebote per E-Mail. Abmelden jederzeit möglich!