Das Lidl Final4 2026 bringt am 18. und 19. April 2026 wieder die ganz große Handball-Bühne nach Köln. In der LANXESS arena kämpfen die TBV Lemgo Lippe, der amtierende Deutsch Meister Füchse Berlin, der Bergischer HC und Bundesliga-Spitzenreiter SC Magdeburg um den DHB-Pokal.
Am Samstag stehen die Halbfinals TBV Lemgo Lippe gegen Füchse Berlin um 15:45 Uhr und Bergischer HC gegen SC Magdeburg um 18:45 Uhr auf dem Programm, am Sonntag folgen das Spiel um Platz drei um 12:45 Uhr und das Finale um 15:45 Uhr.
Das Lidl Final4 ist damit einmal mehr das Premium-Event des deutschen Klubhandballs. Die HBL spricht von rund 20.000 Fans in der „Kathedrale des Handballs“, Köln ist zum vierten Mal Gastgeber des Turniers. Gerade deshalb ist die Erwartung an dieses Wochenende hoch: viel Atmosphäre, zwei hochklassige Halbfinals und ein Endspiel, in dem sich Favoritenstatus und Pokal-Dramatik treffen. Der Pokalsieger qualifiziert sich zudem für den Europapokal und den Rexel Super Cup am 22. August im SAP Garden in München.
Programm und Schiedsrichter in Köln
Samstag, 18. April 2026:
- 15:45 Uhr: Halbfinale 1, TBV Lemgo Lippe vs. Füchse Berlin
Schiedsrichter: Fabian Baumgart/Philipp Dinges - 18:45 Uhr: Halbfinale 2, Bergischer HC vs. SC Magdeburg
Schiedsrichter: Marcus Hurst/Mirko Krag
Sonntag, 19. April 2026:
- 12:45 Uhr: Spiel um Platz 3, Schiedsrichter: Julian Köppl/Denis Regner
- 15:45 Uhr: Finale. Schiedsrichter: Ramesh Thiyagarajah/Suresh Thiyagarajah
Lidl Final4 2026: Das steckt in den Halbfinals
Das erste Halbfinale zwischen Lemgo und den Füchsen Berlin ist sportlich besonders reizvoll, weil sich beide Teams erst kurz vor dem Finalturnier in der Bundesliga gegenüberstanden. Die Füchse gewannen in Lemgo mit 34:33, nachdem der TBV das Hinspiel in Berlin ebenfalls mit 34:33 für sich entschieden hatte. Auf neutralem Boden sind die beiden Klubs bei einem Pokal-Finalturnier bislang noch nie aufeinander getroffen. In der Ligabilanz liegen die Berliner mit 28 Siegen aus 41 Duellen vorne, Lemgo bringt dafür die größere Pokaltradition mit: vier DHB-Pokalsiege stehen beim TBV in der Historie, die Füchse holten den Titel bislang einmal, 2014.
Füchse-Trainer Nicolej Krickau erwartet deshalb zurecht ein Match auf Messers Schneide. Auf der Klubseite der Berliner sagt er vor dem Wochenende: „Jeder Sportler will nach Köln und um den Pokal kämpfen. Dort sind wir jetzt mit einer 50:50-Chance, in das Finale zu kommen. Die direkten Duelle mit Lemgo haben gezeigt, dass wir gleichauf sind und ein ausgeglichenes Niveau haben. Deshalb erwarten wir auch in Köln ein enges Spiel. Wir haben die Qualität, es ins Finale zu schaffen und werden alles auf der Platte liegen lassen.“ Genau das passt zur bisherigen Saisonserie zwischen beiden Teams. Berlin bringt mehr Topstar-Power und die größere Breite mit, Lemgo dagegen viel Struktur, Tempo und Erfahrung in K.-o.-Spielen.
Im zweiten Halbfinale schreibt der Spielplan fast schon eine kleine Pokal-Geschichte fort. Genau zehn Jahre nach dem Halbfinale 2016 trifft der Bergische HC erneut auf den SC Magdeburg. Damals setzte sich der SCM nach Verlängerung mit 36:33 durch und holte später den Titel. Auch diesmal reist Magdeburg als klarer Favorit nach Köln: Der amtierende Champions-League-Sieger ist Tabellenführer der Bundesliga und gewann in dieser Saison beide Ligaspiele gegen den BHC mit 39:30 und 27:25. Insgesamt stehen 22 Magdeburger Siege in 27 Duellen zu Buche.
Trotzdem sollte niemand den Bergischen HC vorschnell abschreiben. Der Aufsteiger hat sich mit dem Viertelfinal-Erfolg gegen die MT Melsungen das Ticket nach Köln verdient und geht mit der Mentalität eines Außenseiters ins Turnier. Im offiziellen Final4-Magazin wird der Einzug beim BHC als „der größte Erfolg der vergangenen zehn Jahre“ eingeordnet. Genau dieses Gefühl kann im Pokal zusätzliche Energie freisetzen.
Die deutschen Nationalspieler stehen beim Lidl Final4 besonders im Fokus
Aus deutscher Sicht ist das Lidl Final4 2026 vor allem deshalb spannend, weil mehrere aktuelle A-Nationalspieler in Köln auflaufen. Das größte aktuelle DHB-Kontingent stellen die Füchse Berlin mit Torwart Lasse Ludwig, Linksaußen Tim Freihöfer, Spielmacher Nils Lichtlein und Rückraumspieler Matthes Langhoff. Beim SC Magdeburg steht mit Lukas Mertens und Kreisläufer Tim Zechel zwei weitere aktuelle DHB-Akteure im Fokus, beim Bergischen HC gehört Aron Seesing zum aktuellen Kader der Nationalmannschaft. Stand der offiziellen DHB-Übersicht vom 23. März 2026 haben Ludwig 2, Freihöfer 8, Lichtlein 38, Langhoff 12, Mertens 80, Zechel 15 und Seesing 1 A-Länderspiel absolviert.
Gerade Berlin und Magdeburg prägen damit auch aus deutscher Perspektive das Bild dieses Finalturniers. Bei den Füchsen ist Nils Lichtlein als Taktgeber im Rückraum eine der spannendsten Figuren, dazu verkörpert Tim Freihöfer auf außen das Tempo der jungen deutschen Generation. Beim SCM ist Lukas Mertens seit Jahren ein verlässlicher Faktor auf Linksaußen. Der BHC bringt mit Aron Seesing zwar nur einen aktuellen A-Nationalspieler mit, aber genau solche Spieler können bei einem Finalturnier besonders wertvoll werden.
Auffällig ist damit: Die sichtbarste aktuelle DHB-Achse verläuft bei diesem Lidl Final4 eher über Füchse Berlin und SC Magdeburg. Lemgo kommt dagegen weniger über ein großes aktuelles Nationalspieler-Kontingent, sondern vor allem über Kollektiv, Klarheit im System und seine starke Pokalgeschichte. Das ist kein Nachteil – eher ein Hinweis darauf, warum der TBV gerade in diesem Wettbewerb immer wieder gefährlich ist.
Tickets für das Lidl Final4 2026
Für Fans vor Ort ist die wichtigste Nachricht klar: Die LANXESS arena ist ausverkauft. Die HBL spricht vor dem Turnier von einer ausverkauften Halle, auf der offiziellen Final4-Seite wird zudem auf die Fanecken der vier Klubs verwiesen, für die jeweils bis zu 1.200 Tickets an Vereinsanhänger gingen. Im regulären Vorverkauf wurden ausschließlich Kombitickets für beide Turniertage angeboten. Die Preise lagen je nach Kategorie zwischen 74 und 249 Euro, ermäßigte Karten in den günstigeren Kategorien gab es ab 59,20 Euro.
Wer jetzt noch auf Karten hofft, sollte nur die offiziellen Kanäle im Blick behalten. Die Eventseiten von HBL und LANXESS arena verweisen weiterhin auf den offiziellen Ticketshop beziehungsweise Premium-Angebote, aber reguläre Plätze sind nach jetzigem Stand nicht mehr frei.
Lidl Final4 Livestream: Wo läuft die Übertragung?
Auch bei der Übertragung ist das Lidl Final4 2026 prominent aufgestellt. Dyn zeigt alle vier Spiele live aus Köln. Das erste Halbfinale zwischen Lemgo und den Füchsen läuft zusätzlich in der ARD, ebenso das Finale am Sonntag. Laut Dyn beginnen die Sendungen zu den Halbfinals und zum Finaltag jeweils vor dem Anwurf, konkret um 15:00 Uhr, 18:15 Uhr, 12:15 Uhr und 15:00 Uhr. Für Handball-Fans ist das Wochenende damit sowohl im Abo-Livestream als auch teilweise im Free-TV sehr gut erreichbar.
Wer hat beim Lidl Final4 die besten Chancen?
Rein sportlich spricht vieles für ein Finale zwischen Füchse Berlin und SC Magdeburg. Berlin bringt die größere aktuelle DHB-Dichte, viel Tempo und individuelle Klasse mit. Magdeburg reist als Tabellenführer und mit der größten Stabilität der vier Teilnehmer an. Aber gerade das macht den Reiz dieses Wochenendes aus: Lemgo hat die Pokal-DNA, der BHC die klassische Außenseiterrolle, die in Köln schnell zur Wucht werden kann.
Aus deutscher Sicht lohnt sich der Blick vor allem auf Lichtlein, Freihöfer, Langhoff, Ludwig, Mertens, Zechel und Seesing. Sie stehen stellvertretend für die aktuelle und nächste Generation der Nationalmannschaft – und können dem Lidl Final4 2026 in Köln ihren Stempel aufdrücken. Genau deshalb ist dieses Turnier nicht nur ein Kampf um den DHB-Pokal, sondern auch eine Bühne für die deutschen Gesichter des Spitzenhandballs.
