Vor dem EM-Finale 2026 lohnt sich der Blick auf die Zahlen. Denn die Statistiken der Handball-EM 2026 zeigen, wer im DHB-Team nicht nur spielerisch, sondern auch faktisch heraussticht. Die offiziellen Messungen der EHF geben Aufschluss darüber, welche Spieler im bisherigen Turnierverlauf besonders überzeugt haben, etwa bei Toren, Vorlagen und Paraden. Es wird deutlich: Die deutsche Nationalmannschaft überzeugt nicht nur als Team, sondern belegt auch in den Statistiken des gesamten Turniers starke Werte.





Top-Torschützen der DHB-Männer
Wir starten mit den Torjägern: Bester deutscher Werfer ist Renārs Uščins. Mit 41 Treffern führt er die Torschützenliste des DHB-Teams an. Mit etwas Abstand folgen Lukas Zerbe und Juri Knorr mit jeweils 31 Treffern. Am treffsichersten war Uščins im Vorrundenspiel gegen Spanien. Dort traf er achtmal bei zehn Versuchen. Die wenigsten Tore erzielte er gegen Norwegen, wo er zwei seiner drei Würfe im Tor unterbringen konnte.
Auffällig ist seine Vielseitigkeit im Abschluss. Besonders gerne zielt Uščins nach rechts unten, ist aber auch aus der Ecke extrem sicher: Zwölf von 13 Würfen fanden dort ihr Ziel. Gegen Portugal zeigte er seine ganze Wurfpalette. Sechs Treffer aus allen Lagen, von oben, mittig und unten sowie von rechts und links. Mit einer Trefferquote von 85,71 Prozent unterstreicht er nicht nur seine Variabilität, sondern auch seine Präzision. Im Turniervergleich steht Uščins vor dem Finale auf Platz 9. An der Spitze liegen Mathias Gidsel und Francisco Costa mit jeweils 61 Treffern.
Paraden, Härte und Geschwindigkeit
Weiter geht’s zwischen den Pfosten: Andreas Wolff zeigt, warum er zu den Top-Torhütern der EM gehört. Er führt nicht nur die DHB-Teamstatistik mit den meisten Paraden an, sondern belegt auch Platz 1 der meisten gehaltenen Bälle des bisherigen Turniers. Mit 77 Paraden in acht Spielen und einer Quote von 32,08 Prozent steht er an der Spitze. Dicht hinter ihm folgt der dänische Keeper Emil Nielsen mit 73 Paraden und einer Quote von 30,54 Prozent. Seine stärkste Partie zeigte Wolff gegen Norwegen. In diesem Spiel überzeugte er mit einer überragenden Quote von 44 Prozent und hielt 22 von 50 Bällen. Und es kommt noch beeindruckender. Wolff hält nicht nur viele Würfe, sondern auch die härtesten. In den bisherigen Spielen lag die durchschnittliche Geschwindigkeit der von ihm gehaltenen Bälle bei 129,56 km/h. Autsch!
Apropos Geschwindigkeit. Auch hier steht ein deutscher Spieler an der Spitze der Turnierstatistik. Miro Schluroff wirft die härtesten Bälle des gesamten Turniers mit einer beeindruckenden Durchschnittsgeschwindigkeit von 134,28 km/h. Seine Lieblingsseite ist dabei die rechte Torhälfte. Im deutschen Team folgt Juri Knorr auf Platz zwei mit 131,22 km/h, dicht gefolgt von Marko Grgić mit 129,92 km/h. In der Turnierwertung belegen die beiden die Plätze fünf und sechs. Zum Vergleich: Der härteste Schuss der Fußball-Bundesliga in aktuellen Saison 2025/2026 des Engländers, die kennen keinen Handball, Harry Kane misst 128 km/h.
Auch bei der Sprintgeschwindigkeit geht der Blick auf die km/h-Werte, und wir haben wieder einen deutschen Turnier-Spitzenreiter: Lukas Zerbe führt die EM-Statistik an und gilt mit einer gemessenen Sprintgeschwindigkeit von 31,50 km/h als schnellster Spieler des Turniers. Mit den Zahlen setzt er Maßstäbe: Wir erwarten Tempogegenstöße im Finale!
Teamgeist und Abwehrpower
Als wahrer Teamplayer des DHB-Teams hat sich Julian Köster bewiesen. Er verzeichnet die meisten Torvorlagen und Pässe im deutschen Team. Mit 26 Torvorlagen in acht Spielen macht das 3,25 Vorlagen pro Spiel und gleicht seine Torquote von (nur) 21 Treffern locker aus. Eine stolze Zahl von 1.078 Pässen in acht Spielen zeigt zudem seine enorme Relevanz als Teammitglied.
Wechsel vom Angriff in die Abwehr: Unser Top-Verteidiger Tom Kiesler ist eine echte Mauer und steht mit neun geblockten Bällen auch in der Turnierstatistik auf dem Treppchen (Platz drei). Knapp dahinter folgen Justus Fischer mit sechs und Johannes Golla mit fünf geblockten Bällen. Zusammen machen die drei unsere Defensive richtig stark. Wie Ex-Handball-Weltmeister Dominik Klein nach dem Halbfinale gegen Kroatien sagte: „Turniere gewinnt man in der Abwehr!“ Wenn das so weitergeht, dürfte im Finale für die DHB-Jungs nichts mehr schiefgehen.
(Zusammengestellt von Kristin Faltin)
