Deutschland steht bei der Handball-EM 2026 in der Hauptrunde. Die DHB-Männer gewannen 34:32 (17:15) und haben als Gruppensieger plötzlich wieder alle Chancen: Statt die Heimfahrt anzutreten, startet das deutsche DHB-Team mit der optimalen Ausbeute von 2:0 Punkten in die zweite Turnierphase.
„Ich bin erleichtert und sehr, sehr stolz auf die Jungs, dass sie dieses Spiel gewinnen konnten. Vor allem wie: Sie waren Angriff wie Abwehr überragend. Wir haben gegen die Spanier mehr aus der zweiten Welle gemacht, es ist normalerweise ihre große Stärke, das zu unterbinden“, kommentierte Bundestrainer Gislason im ZDF den wichtigen Erfolg. „Wir hatten den klaren Glauben, dass wir mit einem Sieg weiterkommen können“, betonte Kapitän Johannes Golla.
Olympiasieger Dänemark? Titelverteidiger Frankreich? Der WM-Vierte Portugal? Norwegen? „Das werden Riesenspiele“, sagte DHB-ToUscins. Man werde „mit einem Lächeln“ die kommenden Aufgaben angehen, versprach der 23-Jährige. „Dafür trainiert jeder, dafür spielt jeder in der Nationalmannschaft, weil er sich mit den Besten der Welt messen will. Es wird eine Riesenchallenge.“
Diese Teams stehen bereits in der Hauptrunde
Italien mit Trainer Bob Hanning hat die Hauptrunde bei der EM in Dänemark, Schweden und Norwegen verpasst. Das 26:32 (13:14) gegen Ungarn am Sonntagabend im schwedischen Kristianstad war die zweite deutliche Niederlage für den deutschen Trainer und sein Team nach dem 26:39 gegen Island. Ungarn und Island stehen fest in der Hauptrunde.
Souverän in die Hauptrunde zog auch Dänemark ein. Der Weltmeister und Olympiasieger gewann sein zweites Spiel in Herning gegen Rumänien 39:24 (22:17), Welthandballer Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin war mit neun Toren bester Werfer der Partie. Zum Vorrundenabschluss geht es für die Dänen gegen Portugal.
Hanning, im Hauptberuf Geschäftsführer der Füchse Berlin, hatte bei seinem ersten großen Turnier als Trainer Italiens vom Einzug in die Hauptrunde geträumt. Letztlich reichte es gegen die „beiden Großen“ nicht. Zum EM-Abschluss geht es für Italien, das erstmals seit 1998 bei einer Endrunde dabei war, am Dienstag gegen Polen.
Frankreich und Norwegen in der Hauptrunde
Frankreichs Handballer haben bei der EM einen Rekord-Kantersieg gefeiert und vorzeitig die Hauptrunde erreicht. Das Team um Superstar Dika Mem, ab Sommer 2027 bei den Füchsen Berlin, gewann in Oslo mühelos mit 46:26 (24:12) gegen die Ukraine – so viele Tore hatte eine Mannschaft noch nie in einem EM-Spiel geworfen. Zudem egalisierten der Titelverteidiger mit 20 Toren Vorsprung den höchsten Sieg bei einer Endrunde.
Für Frankreich waren Melvyn Richardson, Benoit Kounkoud und Dylan Nahi mit jeweils sechs Treffern die besten Werfer, Mem erzielte fünf Tore. Nach zwei Erfolgen liegen die Franzosen mit vier Punkten auf Platz eins in der Gruppe C, dicht gefolgt von Norwegen, das mit dem 29:25 (16:16) gegen Tschechien auch in die Hauptrunde einzog.
Auch Spanien feierte den zweiten Sieg im zweiten Spiel, steht aber nach der überraschenden 27:30-Niederlage von Deutschland gegen Serbien noch nicht in der Hauptrunde. Der zweimalige Europameister setzte sich im dänischen Herning mit 30:25 (19:12) gegen Österreich durch. Gegen die Österreicher, die zum Auftakt das umkämpfte Nachbarschaftsduell gegen Deutschland mit 27:30 verloren hatten, legte Spanien im ersten Durchgang den Grundstein für den Erfolg. Zur Pause betrug der Vorsprung bereits sieben Treffer. Bester Werfer des Spiels war Österreichs Tobias Wagner mit sechs Toren.
Vizeweltmeister Kroatien verhinderte derweil nur mit Mühe einen denkwürdigen Fehlstart in das Turnier. Im schwedischen Malmö gewann die Mannschaft von Dagur Sigurdsson, Bundestrainer beim deutschen EM-Titel 2016, mit 32:29 (15:14) gegen Außenseiter Georgien, der bis zur 49. Minute noch in Führung gelegen hatte. Co-Gastgeber Schweden siegte souverän mit 36:31 (16:12) gegen die Niederlande.
(Mit Material vom SID)