Handball-EM 2026: Deutschland schlägt Spanien im Gruppenfinale

Zum Abschluss der Vorrunde wartet auf Deutschland bei der Handball-EM 2026 ein brisantes Duell mit Spanien, was Handball mit reichlich Spannung versprach. Die DHB-Männer behielten im Hexenkessel von Herning einen kühlen Kopf und sicherten sich dank eines leidenschaftlichen Auftritts das Ticket für die Hauptrunde. Jetzt ist alles wieder möglich!

Wer zeigt heute Deutschland gegen Spanien live?
Das Handball-EM-Spiel Deutschland gegen Spanien aus Herning wird live im Free-TV im ZDF und Livestream gezeigt. Wir berichten im Liveticker!

DHB-Team gewinnt Spanien-„Endspiel“

Der überragende Renars Uscins hüpfte mit seinen Teamkollegen über das Feld, Alfred Gislason strahlte sogar schon vor der Schlusssirene seines EM-„Endspiels“: Deutschlands Handballer haben im Showdown gegen Spanien die Nerven bewahrt und sind in die Hauptrunde gestürmt. Die Mannschaft des zuletzt kritisierten Gislason gewann 34:32 (17:15) und hat als Gruppensieger plötzlich wieder alle Chancen: Statt die Heimfahrt anzutreten, startet das deutsche Team mit der optimalen Ausbeute von 2:0 Punkten in die zweite Turnierphase.

Die DHB-Auswahl zeigte vor 9526 Zuschauern einen beherzten Auftritt. Hinten parierte Torhüter David Späth in der Schlussphase mehrmals spektakulär, zudem packte die Abwehr beherzt zu. Vorne bestachen die DHB-Männer, die zuvor durch Österreich (26:25 gegen Serbien) Schützenhilfe erhalten hatten, mit ihrer Variabilität und einer guten Trefferquote.

Besonders Renars Uscins und Juri Knorr waren kaum zu bremsen, auch Kreisläufer Justus Fischer glänzte. Uscins avancierte mit acht Treffern zum besten deutschen Werfer, Knorr traf fünf Mal und sprühte in der aufgeheizten Atmosphäre der Jyske Bank Boxen vor Spielfreude.

In der Hauptrunde bekommt es Deutschland ab Donnerstag mit der Übermannschaft Dänemarks (Weltmeister und Olympiasieger) sowie Titelverteidiger Frankreich und Norwegen zu tun. Vierter Gegner wird Portugal oder Nordmazedonien sein. Die Spiele bestreitet Deutschland allesamt in Herning.

Gislason, der nach der Serbien-Pleite (27:30) reichlich Kritik einstecken musste, schwor sein Team mit emotionalen Worten auf das Schicksalsspiel ein. „Wir müssen eine Klasseleistung bringen, mit viel Herz und noch mehr Kopf.“ Man müsse das „Olympia-Wunder wiederholen, wenn wir weiterkommen wollen“, ergänzte der 66-Jährige mit Blick auf den Silber-Coup bei den Sommerspielen 2024, als das DHB-Team die Spanier zwei Mal besiegte.

Das Feuer des Trainers übertrug sich direkt auf die Mannschaft. Nach einer Schweigeminute zugunsten der Opfer des schweren Zugunglücks in Spanien drückte das deutsche Team sofort aufs Tempo. Spielmacher Knorr wirbelte zwei Tage nach seiner Kritik am Coach erneut von Beginn an, der erstmals bei der EM aufgebotene Nils Lichtlein erwies sich im Unterzahlspiel als belebendes Element.

Angepeitscht von den lautstarken deutschen Fans traf Knorr beim 3:2 zur ersten DHB-Führung (5.) – und Deutschland blieb am Drücker. Hinten hielt Torhüter Andreas Wolff immer wieder spektakulär, und als Kreisläufer Justus Fischer mit einem Doppelpack für die erste Drei-Tore-Führung (12:9) sorgte, ballte Gislason an der Seitenlinie energisch die Fäuste. „Ey Jungs, Abwehr weiter, das ist überragend, es läuft richtig gut“, rief er seinen Spielern in der Auszeit zu: „Sie haben sehr große Probleme im Rückzug.“

Im Angriff riss nun der unwiderstehliche Uscins die Partie an sich. Nach drei weiteren Treffern des Torjägers stand es plötzlich 16:12 (27.). Und so ging es trotz einiger unkonzentrierter Abschlüsse mit einem Vorsprung in die Halbzeitpause. Lukas Zerbe forderte, „in der Abwehr genauso zu ackern wie jetzt in der ersten Halbzeit und Andi zu helfen“, sagte er im ZDF und ergänzte mit Blick auf die Offensive: „Wenn wir immer eine Station weiterspielen, kriegen wir unsere freien Chancen – die müssen wir halt reinmachen.“

An diese Marschroute hielten sich seine Mitspieler, vor allem der deutsche Rückraum mit Uscins, Knorr und Julian Köster hielt das deutsche Team auf Kurs. Als Linksaußen Lukas Mertens nach Anspiel von Knorr zum 23:20 versenkte (41.) und der nun eingewechselte Späth parierte, sprangen die Zuschauer von ihren Sitzen. Gislason ballte vor Freude beide Fäuste.

Die Spanier ließen sich aber nicht abschütteln, so dass es bis in die Schlussminuten spannend blieb. Das deutsche Team blieb aber cool und rettete den Vorsprung mit Cleverness und Klasse über die Ziellinie.

Deutschland – Spanien 34:32 (17:15).
Deutschland: Wolff, Späth – Uscins (8), Köster (6), Fischer (5), Knorr (5), Mertens (4), Zerbe (3/1 Siebenmeter), Golla (2), Häseler (1), Grgic, Kiesler, Kohlbacher, Langhoff, Lichtlein, Schluroff. Spanien: Hernandez, Biosca – Gurri (7), Fis (4), Gomez (4/4), Tarrafeta (4), Daniel Dujshebaev (3), Fernandez (3), Odriozola (2), Serdio (2), Casado (1), Alex Dujshebaev (1), Serradilla (1), Barrufet, Garciandia, Rodriguez. Schiedsrichter: Amar Konjicanin, Dino Konjicanin (Bosnien-Herzegowina). Strafminuten: 6 – 6. Zuschauer: 9526 in Herning.

Liveticker: Deutschland gegen Spanien live

Unser Tipp: Während des Spiels könnt ihr die einzelnen Aktionen mit euren Interaktionen füttern, an Umfragen teilnehmen und dadurch interaktiv an dem Spiel teilnehmen.

Nach dem Einbruch gegen die Serben steht die Auswahl des Deutschen Handballbunds (DHB) im Vorrundenfinale am Montag massiv unter Druck, es droht das frühe Aus. „Natürlich müssen wir schnellstmöglich analysieren, was wir falsch gemacht haben“, kündigte Bundestrainer Alfred Gislason an: „Wir müssen das Spiel gegen Spanien gewinnen.“

Die ersten beiden Teams der Gruppe qualifizieren sich für die Hauptrunde, die ebenfalls in der Jyske Bank Boxen in Herning ausgetragen wird. Dort kämpfen die qualifizierten Mannschaften am 22., 24., 26. und 28. Januar 2026 um den Einzug in das Halbfinale gegen die ersten beiden Teams aus Gruppe B und C. Für Deutschland und Spanien steht damit nicht nur Prestige, sondern auch ein entscheidender Schritt im Turnierverlauf auf dem Spiel.

Niederlage gegen Serbien sitzt gewaltig

Im Duell am Samstag hat die deutsche Nationalmannschaft mit 27:30 gegen Serbien verloren. Diese Niederlage sitzt gewaltig. Die DHB-Adler hatten in der ersten Hälfte stetig die Nase vorn, gaben die Führung jedoch in der zweiten Halbzeit durch zahlreiche Fehlwürfe, inkonstante Abwehrleistungen und technische Fehler gegen Ende an Serbien ab. Hinzu kam eine „Auszeitpanne“ von Bundestrainer Alfred Gislason kurz vor Ende, die den DHB-Jungs ein entscheidendes Tor kostete. Nun lastet großer Druck auf den Schultern des Teams, da ein Sieg gegen Spanien entscheidend für die weitere Turnierteilnahme ist. Spanien steht derzeit auf Platz eins in Gruppe A und konnte sowohl gegen Serbien (29:27) als auch gegen Österreich (30:25) Punkte gewinnen. Deutschland ist hinter Serbien auf Platz drei zurückgefallen.

Schwankende Auftritte Spaniens

Spanien dominierte die Europameisterschaften zwischen 2016 und 2022 und stand in diesem Zeitraum bei jedem Turnier im Finale. Nach der Finalniederlage gegen Deutschland 2016 folgten zwei EM-Titel in den Jahren 2018 und 2020. Auch international sammelte die Mannschaft zahlreiche Erfolge, darunter zwei Weltmeistertitel sowie mehrere olympische Medaillen. Umso überraschender verlief zuletzt der sportliche Einbruch: Sowohl bei der EM 2024 in Deutschland als auch bei der WM 2025 schied Spanien früh aus und blieb deutlich hinter den eigenen Ansprüchen zurück.

Trotz dieser Rückschläge qualifizierte sich das Team von Trainer Jordi Ribera souverän als Gruppensieger für die EM 2026. Ribera, der das Traineramt seit 2016 innehat, steht nun vor der Aufgabe, einen Umbruch auch im Turnier erfolgreich zu manövrieren.

Junge Talente und starke Torhüter

Mehrere langjährige Leistungsträger haben ihre Karrieren beendet, weshalb Spanien bei dieser EM vermehrt auf junge Talente setzt. Besonders im Fokus steht Djordje Cikuša vom FC Barcelona, der bereits mit 18 Jahren Champions-League-Sieger wurde und durch seine Vielseitigkeit, Athletik und offensive Durchschlagskraft überzeugt. Auch Ian Barrufet gehört zur neuen Generation des spanischen Teams. Das junge Talent sammelte zuletzt wertvolle Bundesliga-Erfahrung bei der MT Melsungen und machte mit starken Leistungen sowie seiner defensiven Stabilität auf sich aufmerksam.

Für Stabilität im spanischen Team sorgt vor allem das Torhütertrio, das weiterhin zur absoluten Weltklasse zählt. Mit Sergey Hernandez, Gonzalo Perez de Vargas und Rodrigo Corrales verfügt Spanien über enorme Stabilität und Qualität zwischen den Pfosten. Gerade Hernandez, aktuell beim SC Magdeburg unter Vertrag und künftig wieder für den FC Barcelona aktiv, gilt als emotionaler Führungsspieler, der sein Team auch in schwierigen Phasen Halt geben kann.

Spanien als letzter Härtetest der Vorrunde

Für Deutschland ist das Duell mit Spanien nicht nur sportlich brisant, sondern auch emotional aufgeladen. Bei den Olympischen Spielen gelang dem DHB-Team gleich zweimal ein Sieg, sowohl in der Vorrunde als auch im Halbfinale. Diese Erinnerungen könnten zusätzliches Selbstvertrauen geben, dennoch bleibt Spanien trotz des personellen Umbruchs ein Gegner mit großer Spielintelligenz und taktischer Disziplin.

Am 19. Januar wird sich zeigen, ob Spanien den Neustart erfolgreich fortsetzen kann oder ob Deutschland den nächsten Schritt Richtung Hauptrunde macht.

(kf)

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