Handball-EM 2026: Deutschland unterliegt Serbien mit 27:30

Deutschlands Handballer haben ihr zweites Spiel bei der Handball-EM 2026 verloren. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason unterlag Serbien in Herning 27:30 (17:13) und muss um den Einzug in die Hauptrunde bangen. Rückraumspieler Renars Uscins und Miro Schluroff (jeweils 6 Tore) waren vor 9.130 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen die besten deutschen Werfer.

Wer zeigt heute Deutschland gegen Serbien live?
Das Handball-EM-Spiel Deutschland gegen Serbien aus Herning wird live im Free-TV in der ARD-Sportschau und im Livestream auf sportschau.de gezeigt.

Deutschland mit erster Niederlage gegen Serbien

Torhüter Andreas Wolff schüttelte völlig frustriert den Kopf, Julian Köster vergrub das Gesicht unter seinem Trikot. Deutschlands Handballer konnten es nicht fassen: Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason verlor gegen Serbien nach einem Leistungseinbruch in der zweiten Halbzeit mit 27:30 (17:13) und muss nun um den Einzug in die Hauptrunde bangen. Es droht sogar das Vorrunden-Aus.

Das deutsche Team führte vor 9.130 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen zur Pause noch komfortabel, brach dann aber ein. In der Schlussphase schien das DHB-Team das Ruder noch einmal herumzureißen, lag fünf Minuten vor dem Ende auch dank der Paraden des eingewechselten Wolff mit 25:24 vorn. Die Serben bewiesen in den dramatischen Schlussminuten aber die besseren Nerven.

Die Abwehr präsentierte sich ungewohnt löchrig. Im Angriff, der im ersten Abschnitt noch mit Tempo und Spielfreude geglänzt hatte, reihte sich plötzlich Fehler an Fehler. Etliche Torschancen blieben ungenutzt, hinzu kamen Ballverluste durch technische Fehler, so dass am Ende die erste Niederlage gegen Serbien überhaupt stand. Beste Werfer der DHB-Auswahl, die zum Auftakt am Donnerstag noch gegen Österreich (30:27) gewonnen hatte, waren Renars Uscins und Miro Schluroff mit jeweils sechs Treffern.

Deutschland steht im abschließenden Vorrundenspiel gegen Spanien am Montag (20.30 Uhr/ZDF) nun unter enormem Druck. Das DHB-Team hat wie Serbien 2:2 Punkte auf dem Konto. Spanien, das Österreich am Samstag 30:25 besiegte, steht bei 4:0 Zählern. Nur die ersten beiden Teams erreichen die Hauptrunde, die Punkte gegen die ebenfalls qualifizierte Mannschaft werden in die zweite Turnierphase mitgenommen. DHB-Ziel ist der Einzug ins Halbfinale.

Serbien spiele „einen sehr schnellen und technischen Handball“, sagte Gislason vor dem Spiel in der ARD: „Da müssen wir uns auf unsere Abwehr verlassen.“ Zudem müsse das Tempospiel „auch besser laufen“. Seine Spieler schienen ihrem Trainer gut gelauscht zu haben. Denn vor allem das schnelle Spiel funktionierte in der Anfangsphase ganz hervorragend.

Lediglich 41 Sekunden dauerte es, bis Geburtstagskind Lukas Zerbe, der am Samstag 30 Jahre alt wurde, einen Schnellangriff nach einer Parade von David Späth zum 1:0 abschloss. Als der enorm spielfreudige Knorr wenig später mit seinem dritten Treffer auf 5:4 (10.) stellte, konnte Gislason bereits das vierte deutsche Tor aus dem Tempospiel heraus notieren.

Deutschland blieb am Drücker und erhöhte dank eines Doppelpacks des eingewechselten Franz Semper auf 11:8 (18.). Doch die Serben ließen sich nicht abschütteln, was vor allem an Torhüter Dejan Milosavljev vom deutschen Meister Füchse Berlin lag, der einen Sahnetag erwischte. Vor allem Schluroff war es mit seinen vier Treffern zu verdanken, dass die DHB-Auswahl dennoch mit einer Vier-Tore-Führung in die Pause ging. Schluroffs Treffer zum 16:13, den der Gummersbacher mit 134 Stundenkilometern in die Maschen hämmerte, machte Johannes Bitter am ARD-Mikrofon „sprachlos“.

„Wir können es noch viel besser machen“, sagte Schluroff in der Halbzeit. Es sei in erster Linie „das Tempospiel, das uns jetzt in Führung gebracht hat. Wir haben ein paar Tore über die schnelle Mitte, zweite Welle gemacht. Das hat den Ausschlag gegeben.“ Teammanager Benjamin Chatton schwärmte: „Die Stimmung ist fantastisch. Die Jungs agieren mit sehr viel Geschwindigkeit, wir überholen uns manchmal selbst.“

Diese Geschwindigkeit kam im zweiten Durchgang allerdings fast komplett zum erliegen. Während der deutsche Angriff nun völlig überhastet agierte und von Minute zu Minute unsicherer agierte, witterten die Serben ihre Chance. Erst glichen sie nach nur zwölf Minuten aus, wenig später lagen sie 22:21 (48.) erstmals seit der Anfangsphase vorn. Auch Wolff, der den glücklosen Späth für die letzten knapp 20 Minuten ablöste, konnte das Ruder nicht mehr herumreißen.

Serbien – Deutschland 30:27 (13:17).
Serbien: Tor: Milosavljev, Cupara – Kojadinovic (6 Tore), Vorkapic (6), Pechmalbec (5), Dodic (4), Vanja Ilic (3/2 Siebenmeter), Nemanja Ilic (2/1), Kukic (2), Dukic (1), Marsenic (1), Borzas, Damjanovic, Jevtic, Mitrovic, Tasic. Deutschland: Wolff, Späth – Schluroff (6), Uscins (6), Knorr (5), Zerbe (4/2), Semper (3), Köster (2), Golla (1), Mertens, Grgic, Dahmke, Häseler, Kiesler, Fischer, Kohlbacher. Schiedsrichter: Adam Biro, Oliver Kiss (Ungarn). Strafminuten: 6 – 4. Zuschauer: 9.130 in Herning.

Liveticker: Deutschland gegen Serbien

Anwurf der EM-Partie Deutschland gegen Serbien, die ihr erstes Spiel knapp gegen Spanien (27:29) verloren, ist am 17. Januar 2026 um 20:30 Uhr in der Jyske Bank Boxen in Herning.

Unser Tipp: Während des Spiels könnt ihr die einzelnen Aktionen mit euren Interaktionen füttern, an Umfragen teilnehmen und dadurch interaktiv an dem Spiel teilnehmen.

Serbische Schlüsselspieler

Serbiens Handballer zählen zwar nicht zu den Top-Favoriten des Turniers, haben in den vergangenen Jahren aber immer wieder gezeigt, dass sie große Teams vor erhebliche Probleme stellen können. Offensive Dynamik und eine aggressive Defensive machen Serbien in der Vorrunde zu einem echten Härtetest für Deutschland. Eine zweite Niederlage für Serbien würde nahezu das EM-Aus in der Vorrunde bedeuten.

Prägend für das serbische Spiel sind zwei Bundesliga-Akteure der Füchse Berlin: Kreisläufer Mijajlo Marsenic und Torhüter Dejan Milosavljev. Marsenic spielt seit 2018 in Berlin und gehört sowohl in der Bundesliga als auch in der serbischen Nationalmannschaft zu den erfahrensten Spielern. Seine große Stärke liegt in der Defensive, wo er als Abwehrchef versucht, gegnerische Angriffe früh zu stören und Körperlichkeit ins Spiel zu bringen.

Kommt die deutsche Offensive dennoch durch, wartet mit Milosavljev die nächste Herausforderung. Der serbische Nationaltorhüter trägt seit 2014 das Nationaltrikot und war über Jahre hinweg die feste Nummer eins. Auch Torwart Nummer zwei, Vladimir Cupara, ist international erfahren. Er steht seit 2023 bei Dinamo Bukarest unter Vertrag und sammelt dort regelmäßig Spielpraxis auf Champions-League-Niveau.

Neben dem Berliner Duo verfügt Serbien über weitere Akteure aus europäischen Topligen. Lazar Kukić sorgt im Rückraum für Tempo und Torgefahr und zählt zu den gefährlichsten Schützen des Teams. Ergänzt wird das Aufgebot durch Spieler wie Darko Djukic auf Außen, Dragan Pechmalbec am Kreis oder Nemanja Ilic, die dem serbischen Spiel zusätzliche Variabilität verleihen.

Schwankende Jahre nach dem EM-Silber 2012

Nach dem überraschenden Gewinn der Silbermedaille bei der Europameisterschaft 2012 vor heimischem Publikum in Belgrad konnte Serbien nicht mehr an diese Erfolge anknüpfen. In den Jahren danach folgten sportlich schwierige Phasen, begleitet von zahlreichen Trainerwechseln. Bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland schied das Team bereits in der Vorrunde aus und belegte am Ende Platz 19.

Auch auf Weltebene blieb Serbien zuletzt hinter den eigenen Ansprüchen zurück und verpasste mehrfach die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft. Dennoch zeigt die Mannschaft immer wieder, dass sie an guten Tagen in der Lage ist, Spiele offen zu gestalten. Das bewies unter anderem das knappe 34:33 der deutschen Mannschaft bei der WM 2023, als Serbien Deutschland bis zur letzten Minute forderte.

Trainerwechsel setzt neue Akzente

Mit Raúl González steht bei dieser Europameisterschaft ein neuer Cheftrainer an der Seitenlinie. Der Spanier bringt eigene Praxiserfahrung mit und bestreitet mit der EM 2026 sein erstes großes Turnier in dieser Rolle. Nach seiner aktiven Karriere wechselte González früh ins Trainergeschäft, arbeitete unter anderem als Assistent bei Spitzenklubs in Spanien und übernahm später Cheftrainerposten auf höchstem Niveau.

Besonders prägend war seine Zeit beim HC Vardar, mit dem er 2017 die Champions League gewann, sowie seine anschließenden Jahre beim französischen Topklub Paris Saint-Germain. Parallel sammelte er bereits Erfahrung als Nationaltrainer Nordmazedoniens. Nun soll er Serbien sportlich stabilisieren und wieder näher an die europäische Spitze heranführen. Sein Vorteil liegt dabei nicht nur in seiner taktischen Ausbildung, sondern auch in seiner Vertrautheit mit der Mentalität und Spielweise des Balkans.

Serbiens Weg zur EM 2026

Die Qualifikation für die Europameisterschaft 2026 verlief für Serbien wechselhaft. Nach einem gelungenen Auftakt gegen Spanien folgten knappe Ergebnisse und Rückschläge. Erst am letzten Spieltag sicherte sich das Team mit einem Sieg gegen Italien als Gruppenzweiter das Ticket für die Endrunde. Insgesamt blickt Serbien auf 13 EM-Teilnahmen zurück, der größte Erfolg bleibt die Silbermedaille von 2012.

Für die DHB-Jungs ist das Spiel gegen Serbien ein echter Gradmesser. Ein Gegner mit erfahrenen Spielern, einer robusten Defensive und einem neuen Traineransatz verlangt von der DHB-Auswahl volle Konzentration über 60 Minuten.

(kf)

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