Frauen-WM 2025: Deutschland gegen Norwegen in Rotterdam

Die erfolgreichen DHB-Frauen waren außer Rand und Band. Tränenüberströmt hüpfte Antje Döll über das Parkett, die überragende Kapitänin und ihre Mitspielerinnen feierten das erste „Wunder von Rotterdam“ ausgelassen mit ihren Fans. Deutschland ist bei der WM sensationell und ungeschlagen ins WM-Finale gestürmt und kämpft nun gegen Olympiasieger Norwegen um Gold. Wir berichten heute LIVE vom Finaltag in Rotterdam!

Liveticker: Deutschland gegen Norwegen

Die Begegnung Deutschland gegen Norwegen im Finale, Deutschlands erstes WM-Endspiel seit Oslo 1993, findet am Sonntag, den 14. Dezember 2025, um 17:30 Uhr in der Ahoy Arena in Rotterdam statt. Die Partie wird live auf Sporteurope.TV sowie in der ARD-Sportschau im Free-TV übertragen. In unserem LIVE-Blog berichten wir über das WM-Finale vor und nach dem Spiel und lassen euch teilhaben an diesem Finaltag in Rotterdam.

DHB-Frauen wollen WM-Wahnsinn vergolden

Bundestrainer Markus Gaugisch vertilgte im Hotelflur noch schnell ein paar Poffertjes, Emily Vogel absolvierte mit einem seligen Dauergrinsen den Interview-Marathon – und dann spielte Viola Leuchter für die vielen Kamerateams bildstark auf einem Flügel auch noch Klavier: Vom nahenden WM-Showdown gegen den „ultimativen Endgegner“ war im Lager von Deutschlands Handballerinnen am Samstag nichts zu spüren.

Dass mit Norwegen nun der Olympiasieger, das beste Frauenhandball-Team des Planeten und ein zehnmaliger WM-Finalist wartet, lässt im deutschen Team niemanden in Angst erstarren. Im Gegenteil. „Norwegen wird Respekt haben“, sagte Gaugisch vor dem mit Spannung erwarteten Endspiel am Sonntag in der Rotterdam Ahoy. Wie sein ganzes Team wirkte er am Samstag tiefenentspannt. Mit den Händen lässig in den Taschen stand er im lichtdurchfluteten Raum Korenbeurs 2 und beantwortete geduldig die vielen Fragen zum sensationellen deutschen Handball-Höhenflug. Jeder wollte wissen, wie es zum „Wunder von Rotterdam“ kommen konnte.

Bei aller Entspanntheit: Die bunt geschmückten Christbäume auf den Gängen des schicken Hotels verstärkten bei Kapitänin Antje Döll und ihren Mitspielerinnen die Lust auf den goldenen Abschluss ihres Weihnachtsmärchens. „Norwegen ist das beste Team der Welt. Aber mit unserem Mindset und der Defense, die wir spielen, kann alles möglich sein“, sagte Döll und versprach: „Wir werden voller Energie sein und das Warm-up gar nicht mehr brauchen, weil wir am liebsten schon gleich loslegen wollen.“

Finale in der ausverkauften Ahoy Arena

Wenn die DHB-Frauen am Sonntag in ihr bedeutendstes Länderspiel dieses Jahrtausends gehen, werden 8.500 Fans in der Ahoy Arena in Rotterdam live dabei sein und Millionen an den TV-Bildschirmen mitfiebern. Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, wird die hohe Politik in der Halle vertreten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz drücken aus der Entfernung die Daumen. „Wir können alle brauchen. Support von ganz oben hilft uns natürlich“, sagte Gaugisch und fügte lachend hinzu: „Vielleicht haben wir auch noch ein paar Trikots da, sodass wir den Support auch zu 100 Prozent kriegen.“

Schlüssel zum Sieg sollen auch im neunten und letzten Turnierspiel die bislang so famose Abwehr und ein überfallartiges Gegenstoßspiel sein. „Wir müssen das, was wir gut gemacht haben, noch besser machen. Ich bin zuversichtlich, dass wir noch eine Schippe drauflegen können“, sagte Gaugisch.

Wunder von Oslo als Vorbild

WM-Endspiele? Gewinnt man! So war es 1993 im bislang einzigen Finale mit deutscher Beteiligung, dem „Wunder von Oslo“ gegen Dänemark (22:21 nach Verlängerung). So soll es auch diesmal sein. „Wie geil wäre es, wenn wir Geschichte wiederholen“, sagte Emily Vogel, deren Mutter Andrea Bölk zur Weltmeistermannschaft vor 32 Jahre gehörte: „Es ist nur noch ein Spiel. So dicht dran waren wir noch nie. Es gibt keinen Grund, irgendwas zu verändern. Why not Gold holen? Es zeichnet uns dieses Jahr aus, dass Zweifel überhaupt nicht dazugehören.“

Vogel spielt ihr elftes großes Turnier für Deutschland – und steht sinnbildlich für die Leistungsexplosion des Teams. Nie war die DHB-Auswahl in den vergangenen 17 Jahren über Platz fünf hinausgekommen. Diesmal ist alles anders. Die Heimspiele in Stuttgart (Vorrunde) und Dortmund (Hauptrunde und Viertelfinale) haben Vogel und Co. als Rückenwind genutzt, steigerten sich von Spiel zu Spiel, um im Halbfinale mit der bislang besten Turnierleistung den völlig überforderten Titelverteidiger Frankreich (29:23) hochkant aus dem Turnier zu werfen. Silber bedeutet schon jetzt die erste Medaille seit WM-Bronze 2007.

„Was wir erreicht haben, ist Wahnsinn. Ab jetzt ist alles Zugabe“, sagte DHB-Sportvorstand Ingo Meckes. Die vorweggenommene Turnierbilanz beim Verband fällt geradezu überschwänglich aus, die über drei Millionen Fernsehzuschauer im Halbfinale sorgten für strahlende Gesichter. „Sportdeutschland bewegt sich, auch die Politik. Das ist absolut verdient für die Frauen“, sagte Meckes: „Es ist eine Welle entstanden, und die Frauen lassen sich davon tragen.“

Deutschland gegen Norwegen im Finale

„Phänomenal. Ich bin voller Emotionen, ich bin so glücklich“, sagte Döll am ARD-Mikrofon. Man sei „füreinander gestorben. Es war von Minute eins bis zur sechzigsten ein absolutes geiles Spiel.“ Und Bundestrainer Markus Gaugisch meinte: „Hut ab vor den Mädels.“ Deutschland stieß mit einer berauschenden Vorstellung den Titelverteidiger Frankreich im Halbfinale von Rotterdam mit 29:23 (15:12) vom Thron und kann sich am Sonntag selbst zum zweiten Mal nach 1993 zum Weltmeister krönen.

„Norwegen ist sicherlich unfassbar stark, das wird eine Riesenaufgabe für uns. Es ist eine Ehre, im Finale gegen die beste Mannschaft zu spielen. Aber wir sind gut – wir wären nicht hier, im Finale, wenn wir schlecht wären. Da gibt es gar keine Diskussion“, so Bundestrainer Markus Gaugisch. „Wir müssen gut angreifen, um das Tempospiel von Norwegen zu unterbinden, dann haben wir eine Chance in diesem Spiel.“

Die DHB-Auswahl, die mit Silber bei ihrem viel zitierten „Weihnachtsmärchen“ die erste deutsche WM-Medaille seit 2007 nun bereits sicher hat, brillierte am Freitagabend mit einer fantastischen Defensivleistung. Die Abwehr um Aimée von Pereira ließ das französische Starensemble regelrecht verzweifeln. Als Döll zehn Minuten vor dem Ende mit ihrem neunten (!) Treffer das 24:19 erzielte, begann auf der Tribüne die große Final-Party. „Ich kann nicht mehr. Es waren 60 Minuten purer Kampf“, sagte Rückraumspielerin Viola Leuchter. Vor dem Spiel hätte sie bei diesem Ausgang „den Vogel gezeigt“.

Norwegen mit Sieg gegen Niederlande ins Finale

Auch Torfrau Katharina Filter war mit etlichen Paraden eine der gefeierten Sieggarantinnen – und sorgte so auch für ein Ende des zwei Jahrzehnte währenden Frankreich-Fluchs. Im Endspiel am Sonntag um 17:30 warten die ebenfalls ungeschlagenen Norwegerinnen, die im zweiten Halbfinale beim 35:25 (18:14) gegen Co-Gastgeber Niederlande ihr Ticket lösten.

Das Team von Norwegen mit Spielerinnen und Trainer im Überblick:

PositionName (Nummer)
Tor:Katrine Lunde Haraldsen (16), Eli Marie Raasok (40)
Feld:Ingvild Bakkerud (21), Kristine Breistøl (14), Veronica Kristiansen (4), Nora Mørk (9), Henny Reistad (25), Live Rushfeldt Deila (8), Thale Rushfeldt Deila (33), Stine Skogrand (7), Malin Aune (11), Emilie Hovden (26), Anniken Wollik (34), Maren Aardahl Nyland (6), Selma Helen Henriksen (19), Vilde Ingstad (15)
Trainer:Ole Gustav Gjekstad

Top-Torschützinnen der Frauen-WM 2025

Die aktuelle Top-Torschützin der Frauen-WM 2025 ist nicht im Finale dabei: Lorena Aidé Tellez Delgado aus Kuba ist mit 54 Toren vor dem Finale die erfolgreichste WM-Torschützin. Sie hat mit ihrem Team Kuba  (30.) auf dem drittletzten Platz der WM 2025 abgeschnitten. Norwegens Henny Ella Reistad (50 Tore) und Antje Döll (40) stehen sich im Endspiel von Rotterdam gegenüber und können sich noch die WM-Krone aufsetzen.

Durch den Halbfinalerfolg sicherte sich die Mannschaft um die erneut bärenstarke Emily Vogel (5 Tore) übrigens eine Rekordprämie: Silber wird vom Verband mit 300.000 Euro belohnt, bei einem Titelgewinn winkt dem Team ein Betrag von 425.000 Euro.

(Mit Material vom SID)

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