Frauen-WM 2025: Deutschland siegt auch gegen Brasilien

Die DHB-Frauen haben sich mit der nächsten Defensiv-Gala ihren Halbfinal-Traum erfüllt und greifen bei der Frauen-WM 2025 nach einer Medaille. Das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch besiegte Brasilien im Viertelfinale von Dortmund souverän mit 30:23 (17:11) und zog zum ersten Mal seit 17 Jahren in das Halbfinale eines großen Turniers ein.

Kapitänin Antje Döll (6 Tore) und Emily Vogel (5) waren am Dienstagabend vor 10.522 Zuschauern in der ausverkauften Westfalenhalle die besten deutschen Werferinnen. Im Halbfinale am Freitag trifft die bislang ungeschlagene deutsche Mannschaft auf Titelverteidiger Frankreich oder den WM-Dritten Dänemark. Die Medaillenspiele werden im niederländischen Rotterdam ausgetragen. Die Anwurfzeit steht noch nicht fest, die ARD überträgt die Partie live.

Deutschland – Brasilien 30:23 (17:11).
Deutschland: Filter, Wachter – Döll (6 Tore/4 Siebenmeter), Vogel (5) Engel (4), Leuchter (4), Lott (3), Antl (3), Kühne (3), Grijseels (1), von Pereira (1), Hauf, Smits, Maidhof, Steffen. Brasilien: Arruda, Moreschi – de Paula (6), Bitolo (3/1), Rosa (3), Quintino (3), Araujo (2), Guarieiro (2), Martinez (1), de Souza (1), Lopes (1), Arounian (1), da Silva, do Nascimento Felix, Souza, Fernandes. Schiedsrichter: Alvarez (Spanien), Bustamante (Spanien). Strafminuten: 6 – 2. Zuschauer: 10.522 in Dortmund (ausverkauft).

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Liveticker: Deutschland gegen Brasilien

Ganz Deutschland fiebert dem WM-Viertelfinale am Dienstag gegen Brasilien entgegen. Wir berichten live vom ersten Finalrundenspiel der DHB-Frauen aus Dortmund.

Rückenwind aus einem perfekten Turnierstart

Die DHB-Frauen stehen beider Frauen-WM 2025 vor ihrem wichtigsten Spiel seit fast zwei Jahrzehnten. Nach einem perfekten Turnierstart trifft das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch im Viertelfinale auf Brasilien. Am Dienstag um 17:15 Uhr kommt es in der Dortmunder Westfalenhalle zum Duell um den Einzug ins Halbfinale und die Chance auf die erste WM-Medaille seit 2007. Mit sechs überzeugenden Siegen, starken Defensivwerten und einer überragenden Torfrau gehen die DHB-Frauen als Favoritinnen ins Duell.

Mit sechs Siegen aus sechs Spielen und einem beeindruckenden 29:25-Erfolg vor 10.522 Fans in der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle haben die deutschen Handballerinnen ihre Medaillenambitionen eindrucksvoll untermauert. Die Leistungen des Teams von Bundestrainer Markus Gaugisch übertreffen derzeit alle vorherigen Erwartungen.

Deutschland hat sich mit konstanten Leistungen und herausragenden Spielergebnissen längst in den erweiterten Favoritenkreis gespielt. Besonders gegen Montenegro und Spanien zeigte sich einmal mehr die Klasse von Torfrau Katharina Filter, die mit sieben Paraden und einer Quote von 32 Prozent zum Player of the Match wurde.

Auch im Angriff stimmt fast alles. Emily Vogel, Antje Döll und Nina Engel führen als treffsicheres Trio das deutsche Team an. Die Mischung aus Effektivität, Tempo und Tiefe im Kader sorgt für ein Selbstvertrauen, wie es die DHB-Frauen seit 2007 nicht mehr hatten.

Brasilien im Fokus: Der Panamerikameister als Viertelfinalgegner der DHB-Frauen

Im Viertelfinale trifft Deutschland nun auf Brasilien, den WM-Neunten und aktuellen Panamerikameister. Die Südamerikanerinnen hatten sich in der Hauptrunde zunächst stark präsentiert und ihre Gruppe mit klaren Siegen über Kuba, Tschechien und Schweden souverän überstanden. Doch im entscheidenden Duell um den Gruppensieg setzte es eine deutliche 14:33-Niederlage gegen Olympiasieger Norwegen.

Brasilien bleibt trotz dieses Ergebnisses ein gefährlicher Gegner. Das Team spielt körperlich geschickt, schnell und verfügt über individuelle Qualität im Rückraum. Besonders Topspielerin Bruna de Paula sorgt für viele Treffer. Trotzdem gilt das Team als machbar, zumal Deutschland in dieser Form bislang noch keinen echten Einbruch erlebt hat. Und: Die Südamerikanerinnen mussten in der Hauptrunde deutlich mehr Kräfte investieren als das DHB-Team.

Das Team von Brasilien mit Spielerinnen und Trainer im Überblick:

PositionName (Nummer)
Tor:Renata Arruda (87), Gabriela Moreschi (1)
Feld:Gabriela Bitolo (30), Maria Grasielly Brasil Pereira (35), Kelly De Abreu Rosa (77), Bruna de Paula (2), Mariane Fernándes (6), Giulia Guarieiro (23), Jhennifer Lopes (42), Micaela Rodrigues Da Silva (28), Jamily Beatriz Do Nascimento Felix (8), Alexandra Martinez (3), Larissa Nascimento (20), Agda Pereira (90), Jéssica Quintino (10), Marcela Arounian (36), Milena Maria Menezes de Souza (19), Sabryne Santos Souza (33)
Trainer:Cristiano Silva

Im ZDF heute erste Live-Übertragung im Free-TV

Das Viertelfinale ist nicht nur sportlich brisant, sondern hat auch einen ganz besonderen Rahmen. Das ZDF überträgt erstmals ein deutsches WM-Spiel live im Free-TV, dazu füllt sich die Dortmunder Westfalenhalle erneut mit fast 10.000 Fans. Und während in der Halle die Anspannung steigt, fiebert in der Aula des Karl-von-Frisch-Gymnasiums in Dußlingen eine ganz besondere Zuschauergruppe mit: Hunderte Schüler*innen schauen das Spiel im Public Viewing, um zu sehen, wie sich ihr Deutschlehrer Markus Gaugisch als Bundestrainer schlägt.

Für das deutsche Team geht es um mehr als den Einzug ins Halbfinale. Ein Sieg könnte ein Signal für den gesamten deutschen Frauenhandball sein, ein Anschub für die Sichtbarkeit, die Förderung und das Selbstverständnis der Sportart. Innerhalb des DHB sorgte es für deutliche Kritik und Unverständnis, dass ARD und ZDF die Spiele der Frauen erst im Viertelfinale ins Programm nehmen. Viele sehen darin ein weiteres Beispiel für fehlende Gleichberechtigung im Sport und hoffen, dass die beeindruckenden Auftritte des Teams nachhaltige Veränderungen anstoßen.

Defensive Stabilität und Coolness im Abschluss

Um Brasilien zu schlagen, muss Deutschland noch einmal seine Top-Leistung abrufen, besonders in der Defensive. Dort haben die DHB-Frauen bislang überzeugt. Die Steal-Statistik spricht für sich: Xenia Smits mit sechs Ballgewinnen, Aimee von Pereira und Viola Leuchter mit jeweils drei. Deutschland lebt von seiner aggressiven, beweglichen Abwehr. Dahinter sorgt Katharina Filter im Tor aktuell für internationale Spitzenwerte.

Im Angriff hängt viel von der Variabilität ab: schnelle Gegenstöße, klare Entscheidungsfindung und erneut starke Wurfquoten. Vor allem die Außen und Kreispositionen waren bisher nahezu fehlerfrei, allen voran Lisa Antl mit einer Wurfquote von 100 Prozent. Gelingt es, diese Effizienz und Ruhe zu bewahren, stehen die Türen zum ersten WM-Halbfinale seit 2007 weit offen.

Unabhängig vom Ausgang richtet sich der Blick am Dienstagabend aber auch nach Rotterdam, wo Montenegro auf den Favoriten Norwegen trifft. Das Ergebnis dieser Partie entscheidet nicht nur über den möglichen Halbfinalgegner, sondern gibt zugleich einen Eindruck davon, wie das Kräfteverhältnis im weiteren Turnierverlauf aussieht. Während Norwegen mit seiner enormen Turniererfahrung als klarer Anwärter auf die Medaillen gilt, hat Montenegro in der Hauptrunde mehrfach gezeigt, dass es physisch und defensiv brandgefährlich sein kann.

Nach sechs Siegen und einer beeindruckenden spielerischen Klarheit ist das Selbstvertrauen groß genug, um sich dem nächsten Gegner zu stellen. Klar ist: Der Dienstag bringt richtungsweisende Erkenntnisse für die letzten Schritte auf dem Weg zu den Medaillenspielen.

(Mit Material vom SID)

AM BALL BLEIBEN

Verpasse keine News, Angebote und Tickets mehr - jetzt eintragen und mit uns am Ball bleiben!

Ja, ich möchte Angebote per E-Mail. Abmelden jederzeit möglich!

AM BALL BLEIBEN

Trage dich in unseren Handball-Newsletter ein und bleibe mit uns am Ball!

Ja, ich möchte Angebote per E-Mail. Abmelden jederzeit möglich!