Sieg gegen den Angstgegner: Die deutschen Handball-Männer haben ihren ersten Test vor der Handball-EM 2026 mit großer Coolness und defensiver Stabilität bestanden. Das DHB-Team von Bundestrainer Alfred Gislason bezwang den WM-Zweiten Kroatien nach einer starken Schlussphase mit 32:29 (17:14) und machte eine Woche vor dem Turnierstart bereits viel Lust auf mehr.
Wer zeigt heute Kroatien gegen Deutschland?
Das Länderspiel Deutschland gegen Kroatien aus Zagreb wird heute live im kostenlosen Livestream auf sportschau.de gezeigt. Wir berichten im Liveticker!





Liveticker: Kroatien gegen Deutschland
Unser Liveticker zum Testspiel zwischen Kroatien gegen Deutschland in Zagreb. Unser Tipp: Während des Spiels könnt ihr die einzelnen Aktionen mit euren Interaktionen füttern, an Umfragen teilnehmen und dadurch interaktiv an dem Spiel teilnehmen.
DHB-Männer gewinnen ersten EM-Test
Kapitän Johannes Golla, Spielmacher Juri Knorr und Renars Uscins waren am Donnerstagabend mit jeweils fünf Toren die besten deutschen Schützen. Die 15.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena Zagreb sahen eine enge Partie mit vielen Führungswechseln. Am Ende hatte das deutsche Team, das vor allem mit einer robusten Abwehr vor Torhüter David Späth überzeugte, die besseren Nerven und fuhr nach zuletzt vier Niederlagen in Folge gegen die Kroaten wieder einen Sieg ein. Am Sonntag kommt es in Hannover bei der Generalprobe zum direkten Wiedersehen.
Aus einer stabilen Deckung erspielte sich Deutschland beim 4:2 (7.) durch Julian Köster erstmals eine Zwei-Tore-Führung, zuvor hatte Golla aus drei Würfen drei Tore erzielt. In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Späth, der zunächst für Andreas Wolff zwischen den Pfosten stand, bekam einige Bälle zu fassen. Doch als sich in der DHB-Offensive die Fehlwürfe und technischen Fehler häuften, gaben die Gastgeber nach mehreren Tempogegenstößen und Abschlüssen aus der zweiten Reihe erstmals den Takt vor – 11:9 (18.).
Die Schwächephase überstand das Gislason-Team aber schadlos – und drehte dann auf. Im eigenen Angriff war für die Kroaten von Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson kein Durchkommen mehr. Nach dem 12:14 (22.) erzielten die Gastgeber im ersten Abschnitt keinen Treffer mehr – Deutschland dagegen fünf: Marko Grgic krönte unmittelbar vor der Pause die bislang beste deutsche Phase vom Siebenmeterstrich zur ersten Drei-Tore-Führung.
Den Wiederbeginn verschliefen die Gäste dann aber völlig. Beim 18:18 (35.) glich Kroatien wieder aus. Doch das DHB-Team fing sich erneut schnell: Spielmacher Knorr übernahm nun Verantwortung, traf zweimal in Folge und setzte mit seiner Dynamik wichtige Impulse im Rückraum. Auch Grgic und Miro Schluroff blieben offensiv effizient. Die Kroaten blieben aber stets in Reichweite – auch weil Torhüter Dino Slavic nun stark im Spiel war. In der Crunchtime bewies Gislasons Team dann starke Mentalität.
Erstes Testspiel gegen Kroatien in Zagreb
Der erste von zwei Testspielen gegen den Vizeweltmeister steigt in der 15.000 Zuschauer fassenden Arena im Herzen Kroatiens (20:30 Uhr, sportschau.de), wo vor heißblütigen Zuschauern direkt Höchstleistung gefordert ist. „Wer die kroatischen Fans kennt, weiß, dass die Atmosphäre in der Regel auch durchaus hitzig sein kann“, sagte DHB-Teammanager Benjamin Chatton am Mittwoch und verglich die riesige Halle mit der deutschen EM-Spielstätte Jyske Bank Boxen in Herning. Man erwarte einen „Top-Gegner“.
Den „Angstgegner“, gegen den Deutschland die vergangenen vier Duelle allesamt verloren hat, haben sich die Verantwortlichen ganz bewusst ausgewählt, schließlich geht es auch beim EM-Turnier ab dem 15. Januar in Dänemark Schlag auf Schlag. „Ich hoffe, dass die Halle uns ausbuht, dass sie gegen uns sehr körperlich spielen, wir richtig Probleme bekommen. Denn dann haben wir noch Zeit, Fehler zu machen, aber direkt Lösungen zu finden“, sagte Rückraumspieler Renars Uscins im ZDF, bevor es mit dem Flieger von Hannover via Frankfurt in die kroatische Hauptstadt ging. Für den frühen Mittwochabend war noch ein Abschlusstraining in Zagreb vorgesehen.
Mit dem Beginn der unmittelbaren EM-Vorbereitung ist spürbar: Das deutsche Team brennt auf die Herausforderung, die es in den kommenden Wochen erwartet. Bereits die Vorrundengruppe A mit Österreich (15. Januar), Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar/alle 20.30 Uhr) hat es in sich. In der Hauptrunde, die Deutschland ebenfalls im dänischen Herning bestreiten würde, würden aller Voraussicht nach Olympiasieger Dänemark, Titelverteidiger Frankreich, Co-Gastgeber Norwegen und der WM-Vierte Portugal warten.
Angesichts dieses Programms werden bei Gislason Erinnerungen wach. Wie bei den Olympischen Spielen in Frankreich, sagte der 66-Jährige, „müssen wir direkt im ersten Spiel gegen Österreich in Topform sein. Jeder Punktverlust kann wirklich schwere Folgen haben.“
Schnell auf dieses Niveau hochpimpen
Wer auf den olympischen Silber-Coup und das Viertelfinal-Aus bei der WM im Vorjahr blickt, kann aber zum Schluss kommen: Ein steiniger Turnierweg liegt einer deutschen Mannschaft mehr als ein „Steigerungslauf“ auf zunächst flachem Terrain. In Frankreich bezwang Deutschland bereits in der Gruppenphase unter anderem Schweden und Spanien, bei der Weltmeisterschaft 2025 gab es auf dem Weg in die K.o.-Phase auf dem Papier erst bei der Hauptrunden-Niederlage gegen die Dänen einen echten Härtetest – und im Viertelfinale dann die Ernüchterung gegen Portugal.
Schon gegen das von Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson trainierte Kroatien, mit dem es am Sonntag (18:05 Uhr, ARD) im Rahmen der Generalprobe in Hannover zum Wiedersehen kommt, gehe es daher darum, „sich möglichst schnell schon auf dieses Niveau hochzupimpen“, sagte Chatton. Man habe sich zudem „bewusst für ein Auswärtsspiel entschieden, um nicht nur die Wohlfühlatmosphäre zu Hause zu haben“.
Er betonte am Mittwoch aber auch: „Für beide Mannschaften steht weniger das Ergebnis als die Entwicklung in dieser Phase der Vorbereitung im Fokus.“
(Mit Material vom SID)
