Deutschlands Handballer nehmen ihre Vorbereitung für die Handball-EM 2026 in Dänemark, Schweden und Norwegen auf. Der vergleichsweise späte Beginn der Vorbereitung soll neue Kräfte freisetzen, die Testspiele gegen Kroatien in Zagreb und Hannover den Start in den EM-Rhythmus bedeuten.
Ein Partyverbot, das wusste Bundestrainer Alfred Gislason ganz genau, war nicht nötig. „Die dürfen ruhig feiern. Aber wie ich sie kenne, sind sie sehr vernünftig“, hatte der Isländer den deutschen Handballern für ihre Silvester-Auszeit schmunzelnd mit auf den Weg gegeben. Doch auch wenn Andreas Wolff und Co. ausufernd auf das neue Jahr angestoßen haben sollten: Bis Sonntag, 4. Januar 2026 bleibt noch Zeit, um neue Kräfte für die anstehende Handball-EM 2026 zu tanken.
„Mehr Grund für Zuversicht“: Ausgeruhte Handballer starten EM-Vorbereitung
Erst drei Tage nach dem Jahreswechsel ruft der DHB-Coach seine 18 Auserwählten in Hannover zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft zusammen. „Wir lassen die Spieler sich diesmal ein bisschen länger ausruhen“, sagte Gislason zu der bewussten Entscheidung für die rund einwöchige Verschnaufpause nach dem Jahresabschluss in der Bundesliga. Diese zahlt sich offenbar aus.
Es gebe „mehr Grund, zuversichtlich zu sein“, sagte Benjamin Chatton. Vor einem Jahr hatte Gislason in Vorbereitung auf die WM „kurzfristige Ausfälle managen“ und „zudem etliche Pläne für verletzte und angeschlagene Spieler basteln“ müssen, erinnerte sich der Manager der DHB-Männer: „Das sieht Stand jetzt besser aus. Auch der in den vergangenen Spielen noch verletzt pausierende Justus Fischer – um einen Namen zu nennen – ist auf einem guten Weg.“
Der Kreisläufer von der TSV Hannover-Burgdorf war Mitte Dezember in den Kader berufen worden, obwohl er nur kurz zuvor einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel erlitten hatte. Nun sei der Status bei allen Spielern „durchgehend grün oder sagen wir besser nicht rot. Und das ist beim Programm der vergangenen Wochen schon ein erfreuliches Signal. Wir freuen uns auf eine wahrscheinlich vollständige Formation“, sagte Chatton.
Spielplan mit starken EM-Gegnern
Personelle Sorgen kann das deutsche Team angesichts der bevorstehenden Kracherduelle im dänischen Herning nicht gebrauchen. Österreich (15. Januar), Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar) warten in der kniffligen Vorrunde, in der Hauptrunde folgen dann drei echte Hochkaräter: Olympiasieger und Weltmeister Dänemark, Titelverteidiger Frankreich, der WM-Vierte Portugal oder Co-Gastgeber Norwegen kommen als realistische Gegner infrage. Sein achtes Turnier, sagte Gislason, sei das „härteste“ in seiner Amtszeit als Bundestrainer.
Und dennoch. „Ziel ist das Halbfinale“, sagte der 66-Jährige, der in Dänemark auch Argumente für eine Vertragsverlängerung (bislang bis 2027) sammeln will. „Ich vertraue unserer Mannschaft. Sie ist sehr gut und kann ein super Turnier spielen. Wir haben mehr Breite als oft zuvor.“ Zudem sei der Kern seines Teams seit drei Jahren zusammen und habe „immer mehr Erfahrung“ gesammelt: „Daher denke ich, dass wir uns vor keinem Gegner verstecken müssen.“
Härtetest und Generalprobe gegen Kroatien
Das will das Team um Kapitän Johannes Golla schon in den letzten Härtetests demonstrieren: Am Donnerstag, 8. Januar 2026, steht in Zagreb der erste von zwei Tests gegen Vizeweltmeister Kroatien an. Drei Tage später kommt es am 11. Januar in Hannover im Rahmen der Generalprobe zum Wiedersehen mit den Kroaten.
„Das sind keine üblichen Vorbereitungsspiele, es geht schon sehr gnadenlos los. Diesen Rhythmus müssen wir danach beibehalten“, sagte Gislason. „Diesmal geht keiner von den Spielern mit Stress in dieses Turnier, sondern mit Vorfreude, etwas erreichen zu wollen und vor allem zu können.“