Bundestrainer Alfred Gislason nominierte 18 Spieler für den DHB-Kader und die Handball-EM 2026 in Dänemark, Norwegen und Schweden, mit denen er im Januar in Dänemark das erste Edelmetall seit zehn Jahren in Angriff nimmt.





Bundestrainer Alfred Gislason streicht vor der Abreise zur Europameisterschaft nach Dänemark keinen Spieler aus seinem Aufgebot. Der Isländer kündigte nach der erfolgreichen Generalprobe von Deutschlands Handballern gegen Vizeweltmeister Kroatien (33:27) an, mit seinem kompletten 18er-Kader nach Dänemark zu reisen, wo die deutsche Mannschaft am Dienstag ihr Quartier in Silkeborg beziehen wird.
„Wir haben beschlossen, mit allen 18 da hoch zu fahren“, sagte Gislason. Für jede Partie kann er kurzfristig zwei Profis aus dem Spieltagsaufgebot nehmen. „Dieses Mal kann ich jedes Mal bis anderthalb Stunden vor dem Spiel zwei Spieler streichen“, erklärte der 66-Jährige: „Ich kann alle Spieler in der Gruppenphase nutzen, wenn ich das will.“
DHB-Kader für Handball-EM 2026
Der deutsche Kader für die Handball-EM 2026 auf einen Blick:
| Position | Nr. | Name | Geburtstag | Verein |
|---|---|---|---|---|
| Tor | 1 | David Späth | 29.04.2002 | Rhein-Neckar Löwen |
| 33 | Andreas Wolff | 03.03.1991 | THW Kiel | |
| Rückraum | 71 | Marko Grgic | 11.09.2003 | SG Flensburg-Handewitt |
| 30 | Tom Kiesler | 24.04.2001 | VfL Gummersbach | |
| 13 | Matthes Langhoff | 30.03.2002 | Füchse Berlin | |
| 5 | Miro Schluroff | 25.04.2000 | VfL Gummersbach | |
| 15 | Juri Knorr | 09.05.2000 | Aalborg Handbold, Dänemark | |
| 18 | Julian Köster | 16.03.2000 | VfL Gummersbach | |
| 3 | Nils Lichtlein | 31.07.2002 | Füchse Berlin | |
| 32 | Franz Semper | 05.07.1997 | SC DHfK Leipzig | |
| 23 | Renars Uscins | 29.04.2002 | TSV Hannover-Burgdorf | |
| Außen | 34 | Rune Dahmke | 10.04.1993 | THW Kiel |
| 36 | Lukas Mertens | 22.03.1996 | SC Magdeburg | |
| 14 | Mathis Häseler | 25.06.2002 | VfL Gummersbach | |
| 17 | Lukas Zerbe | 17.01.1996 | THW Kiel | |
| Kreis | 54 | Justus Fischer | 06.02.2003 | TSV Hannover-Burgdorf |
| 4 | Johannes Golla (C) | 05.11.1997 | SG Flensburg-Handewitt | |
| 80 | Jannik Kohlbacher | 19.07.1995 | Rhein-Neckar Löwen |
Alle Nationalspieler von Dahmke bis Wolff


















Mannschaftsfoto der DHB-Männer


Hinten von links: Bundestrainer Alfred Gislason, Co-Trainer Erik Wudtke, Matthes Langhoff, Miro Schluroff, Julian Köster, Marko Grgic, Johannes Golla, Bundestrainer Athletik Dr. Simon Overkamp, Bundestorwarttrainer Mattias Andersson.
Mitte von links: Manager Benjamin Chatton, Franz Semper, Tom Kiesler, David Späth, Andreas Wolff, Justus Fischer, Jannik Kohlbacher, Mannschaftsarzt Dr. Philip Lübke.
Vorne von links: Physiotherapeut Dennis Finke, Rune Dahmke, Lukas Mertens, Nils Lichtlein, Juri Knorr, Renars Uscins, Mathis Häseler, Lukas Zerbe, Physiotherapeut Bernd Götzenberger.
Bundestrainer Gislason beruft vier Debütanten
Vier Turnier-Debütanten, drei Europameister von 2016 – aber kein Kai Häfner: Deutschlands Handballer starten mit frischem Wind in ihre Medaillenjagd bei der Europameisterschaft. Bundestrainer Alfred Gislason nominierte 18 Spieler, mit denen er im Januar in Dänemark das erste EM-Edelmetall seit zehn Jahren in Angriff nimmt.
„Ich bin extrem gespannt auf den kommenden Januar. Wir haben eine gewachsene, aber weiterhin sehr junge Mannschaft“, sagte Gislason am Mittwoch in Dortmund und ergänzte mit Blick auf die schwierige Vorrundengruppe des Olympia-Zweiten mit Österreich, Serbien und Spanien: „Für diese Europameisterschaft müssen wir schnell auf unser Top-Niveau kommen, denn der Modus verzeiht bei diesen Gegnern keine Fehler.“
Neben Olympiasieger und Weltmeister Dänemark werden in der Hauptrunde Titelverteidiger Frankreich, der WM-Vierte Portugal und Co-Gastgeber Norwegen als Gegner erwartet. Gislason sprach im Vorfeld vom „härtesten Turnier, das ich je gespielt habe“.
Säulen des DHB-Teams um Kapitän Golla
Angeführt wird das deutsche Aufgebot für das Turnier in Dänemark, Schweden und Norwegen (15. Januar bis 1. Februar 2026) von Kapitän Johannes Golla. Spielmacher Juri Knorr gehört ebenso zu den tragenden Säulen wie Julian Köster und Andreas Wolff. Torhüter Wolff ist mit seinen 185 Länderspielen und 34 Jahren sowohl der erfahrenste als auch der älteste Spieler in Gislasons Auswahl. Wolff war bereits wie Linksaußen Rune Dahmke und Kreisläufer Jannik Kohlbacher beim legendären Titelgewinn, dem EM-Triumph 2016, dabei.
Vor ihrem ersten großen Turnier stehen dagegen die drei Gummersbacher Tom Kiesler, Miro Schluroff und Mathis Häsler sowie der Berliner Matthes Langhoff. Der im Rückraum flexibel einsetzbare Schluroff lief im März zum ersten Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf. Rechtsaußen Häseler und der Rückraumlinke Langhoff, zwei von sechs U21-Weltmeistern von 2023 im EM-Kader, debütierten im Mai im A-Team, Abwehrspezialist Kiesler zog erst im Oktober nach.
Der momentan verletzte Kreisläufer Justus Fischer (Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel) wurde von Gislason nominiert. Nicht im 18er-Kader stehen Rückraumspieler Häfner sowie die Rechtsaußen Timo Kastening und Patrick Groetzki und Linksaußen Tim Freihöfer. Auf dem rechten Flügel zog Gislason den Youngster Häseler den Routiniers vor, auf links vertraut der Isländer auf den erfahrenen Kieler Rune Dahmke.
Häfner, der nach den Olympischen Spielen seine DHB-Karriere beendet hatte, bleibt aber wie die anderen Akteure im erweiterten 35er-Aufgebot, auf das Gislason bei Bedarf zurückgreifen kann. Häfner hat seine Bereitschaft signalisiert, im Notfall einzuspringen.
Gislason beruft Häfner in 35er-Kader für EM
Der erweiterte DHB-Kader für die Handball-EM 2026:
| Position | Spieler (Verein) |
|---|---|
| Tor: | Joel Birlehm (TSV Hannover-Burgdorf), Lasse Ludwig (Füchse Berlin), Malte Semisch (TSV GWD Minden), David Späth (Rhein-Neckar Löwen), Andreas Wolff (THW Kiel) |
| Linksaußen: | Rune Dahmke (THW Kiel), Tim Freihöfer (Füchse Berlin), Lukas Mertens (SC Magdeburg), Tim Nothdurft (Rhein-Neckar Löwen) |
| Rückraum links: | Philipp Ahouansou (HSG Wetzlar), Marko Grgic (SG Flensburg-Handewitt), Sebastian Heymann (Rhein-Neckar Löwen), Tom Kiesler (VfL Gummersbach), Julian Köster (VfL Gummersbach), Matthes Langhoff (Füchse Berlin), Miro Schluroff (VfL Gummersbach) |
| Rückraum Mitte: | Nils Lichtlein (Füchse Berlin), Juri Knorr (Aalborg Handbold, Dänemark), Marian Michalczik (TSV Hannover-Burgdorf), Moritz Sauter (HSV Hamburg), Leif Tissier (TSV Hannover-Burgdorf) |
| Rückraum rechts: | Kai Häfner (TVB Stuttgart), Stephan Seitz (ThSV Eisenach), Franz Semper (SC DHfK Leipzig), Christoph Steinert (HC Erlangen), Renars Uscins (TSV Hannover-Burgdorf) |
| Rechtsaußen: | Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Mathis Häseler (VfL Gummersbach), Timo Kastening (MT Melsungen), Lukas Zerbe (THW Kiel) |
| Kreis: | Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt), Justus Fischer (TSV Hannover-Burgdorf), Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen), Aron Seesing (Bergischer HC), Tim Zechel (SC Magdeburg) |
„Die kommenden Wochen werden sehr interessant“, sagte Gislason, der dem europäischen Verband EHF am 2. Dezember 2025 die Namen von 35 Spielern übermitteln ließ: „Die Spieler sind noch voll auf das Programm in ihren Vereinen konzentriert, aber wir schauen bereits jetzt darauf, wie wir für den Januar eine optimale Formation stellen können.“ Die jetzt nominierten Spieler bilden als „Official Squad List“ die Basis für alle weiteren Nominierungen.
„Ein 35er-Kader muss für uns wie eine gute Versicherung funktionieren. Deshalb geht es darum, auch Spieler aufzubieten, die mit ihrer Erfahrung sehr kurzfristig helfen könnten“, erklärte Nationalmannschaftsmanager Benjamin Chatton. Häfner, der nach den Olympischen Spielen seine DHB-Karriere beendet hatte, gehört nun als vierter EM-Champion von 2016 neben Andreas Wolff, Jannik Kohlbacher und Rune Dahmke zu den Optionen.
Im 35er-Kader wächst derweil der Kreis der U21-Weltmeister von 2023: Nach David Späth, Renars Uscins, Justus Fischer, Nils Lichtlein, Tim Freihöfer, Matthes Langhoff, Mathis Häseler und den im Oktober als Lehrgangsgast erstmals nominierten Lasse Ludwig rücken nun auch der für den HSV Hamburg spielende Moritz Sauter und der beim ThSV Eisenach unter Vertrag stehende Stephan Seitz ins Blickfeld. Noch ohne Einsatz im A-Team sind zudem Malte Semisch (TSV GWD Minden) und Leif Tissier (TSV Hannover-Burgdorf).
„Die kommende EURO stellt uns die härtesten Aufgaben. Um die erfolgreich zu lösen, brauchen wir eine hohe Qualität – und die haben wir im 35er-Kader. Die Gesamtstruktur ist eine Basis sowohl für die kommende Europameisterschaft als auch für die Heim-Weltmeisterschaft 2027“, sagte DHB-Sportvorstand Ingo Meckes.
Vorbereitung auf Handball-EM 2026
Seine EM-Vorbereitung startet das DHB-Team am 4. Januar in Hannover. Die Testspiele steigen am 8. Januar in Zagreb und am 11. Januar in Hannover. Am 13. Januar zieht die Nationalmannschaft dann in den Norden und schlägt ihr Quartier in Silkeborg auf, bevor am 14. Januar beim sogenannten „Technical Meeting“ im Vorrundenspielort Herning festgelegt wird, mit welchen Spielern es tatsächlich ins Turnier geht. Der DHB kann bis zu 18 Spieler melden, aus denen für die jeweiligen Partien am Spieltag 16 ausgewählt werden müssen.
Deutschland trifft in der Jyske Bank Boxen zunächst auf Österreich (15. Januar), Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar). Die Partien beginnen jeweils um 20.30 Uhr. Die ersten beiden Teams erreichen die Hauptrunde, die ebenfalls in Herning ausgetragen wird. Während der EM sind insgesamt sechs Wechsel möglich – jeweils zwei während der Vor-, Haupt- und Finalrunde. Basis hierfür ist der nun fixierte 35er-Kader.
(Mit Material vom SID)
